Die 22-Jährige gehört zu den ersten Absolventen der Theaterschule für Körper und Bildung in Frankfurt (Oder). Nach dreieinhalbjährigem Studium an der einzigen privaten Theaterschule in Brandenburg erhalten fünf junge Leute heute ihre Zeugnisse als staatlich anerkannte Schauspieler.Die Schule war 1996 gegründet worden. Julia Riedel wollte schon immer etwas mit Kunst machen - auch als sie einen Ausbildungsplatz beim Stahlproduzenten Arcelor-Mittal in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) in der Tasche hatte. "Ich konnte mir nicht vorstellen, im Büro zu sitzen." Kaum hatte sie von der Schauspielschule gehört, sattelte sie um.Riedel, die gern singt und musiziert, empfand das an der Schule stark betonte Körpertraining "als Herausforderung". "Vorher hatte ich kaum Sport gemacht", gibt sie zu. Während des Studiums hat sie in viele Bereiche des Theaters hin einschnuppern können. Sie bleibt in der Stadt, sie erhielt ein Engagement am Theater Frankfurt, zudem die Schule gehört.Theater- und Schulleiter Frank Radüg sieht die Absolventen für den Markt gut vorbereitet. "Ich gehe davon aus, dass sie sich behaupten werden" - nicht nur in freien Gruppen, sondern auch an kommunalen Bühnen. Wichtig sei, dass sie nicht nur spielen, sondern Theater auch organisierten könnten. "Wir bilden auch den Theatermacher aus."Auch Franz Friedrich hat das Studium geschafft und einen "wunderbaren Beruf" erlernt. Für den Leipziger war es "ein Kampf und viel Arbeit". Durchhaltevermögen, Kraft und Willen waren gefordert. "Das macht die Vielfältigkeit der Schule aus." Reiten, Fechten, Gesang, Ballett, Szenenstudium - die gesamte Palette steht im Lehrplan. Friedrich will sich in Leipzig freien Gruppen anschließen. Zudem liebäugelt er mit Filmregie. "Die Ausbildung hat mir neue Horizonte eröffnet." Steffi Prutean