An Bord waren 107 Flüchtlinge, unter ihnen 38 Kinder. Die Bundesregierung hatte im März zugesagt, das Kontingent zusätzlich aufzunehmen.

Menschenrechts-Organisationen und die Opposition kritisierten die deutsche Aufnahmebereitschaft als unzureichend. Schon jetzt werden nach Angaben von Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) - unabhängig von den zugesagten 5000 Flüchtlingen - jeden Monat rund 1000 Asylbewerber aus Syrien aufgenommen, so dass sich die Zahl bis Jahresende auf etwa 27 000 addieren werde. Friedrich sagte am Rande der Begrüßung, es müsse eine europäische Lösung gefunden werden. "Ich werde darauf drängen, dass wir möglichst schnell eine europäische Flüchtlingskonferenz einberufen", sagte er. "Wir werden neue Beschlüsse fassen müssen, wenn der Druck wächst." Nach Angaben des Innenministeriums nehmen die Länder zusätzliche Flüchtlinge aus Syrien auf, solange diese zu Angehörigen ziehen, die bereits in Deutschland leben. Diese Verwandten müssten dann die Kosten übernehmen.

Die am Mittwoch eingetroffenen Flüchtlinge sollten zunächst in das Durchgangslager Friedland bei Göttingen gebracht werden. Sie bleiben dort zwei Wochen. Während dieser Zeit werden ihnen erste Kenntnisse über Sprache und Land vermittelt. Danach werden sie auf die Bundesländer verteilt.

Unterdessen streben die USA und Russland eine Einigung über konkrete Schritte zur Kontrolle der syrischen Chemiewaffen an. Dazu kommen die Außenminister beider Länder, John Kerry und Sergej Lawrow, am Donnerstagnachmittag in Genf zusammen.

Die russischen Vorstellungen dazu seien der Regierung in Washington bereits übermittelt worden, hieß es am Mittwoch im Moskauer Außenministerium ohne Angaben zu Einzelheiten. Diplomaten in Genf erklärten, die Minister würden zunächst ohne Beteiligung der Vereinten Nationen bilateral die jeweiligen Vorstellungen erörtern und nach einem Konsens suchen.