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| 01:27 Uhr

Erste Engpässe an Uni-Bibliotheken

Dresden. Die Universitätsbibliotheken in Sachsen fürchten um die Pflege ihrer Lehrbuchsammlungen. Die Etats für den Erwerb von Fachliteratur sinken seit einigen Jahren, mancherorts beschweren sich Professoren und Studierende über Lücken. Von Simona Block

Die Zuschüsse für die Universitäten werden bei der geplanten Sparrunde zwar nicht gekürzt. “Aber sie bekommen auch nicht mehr Geld„, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums.

Die Universitätsbibliothek Leipzig, mit mehr als 5,5 Millionen Bänden die größte, kämpft schon vereinzelt mit dem Mangel. “Es klemmt stark„, sagte Direktor Ulrich Johannes Schneider. Betroffen sei vor allem die Forschung, im Bereich der Lehre könne das noch kompensiert werden. “Der Etat für 2010 ist schon zur Halbzeit leer.„ Er sei von 4,9 Millionen Euro 2007 auf 3,8 Millionen Euro 2010 gesunken. Vor allem die regelmäßig bezogenen Zeitschriften verringerten Ankäufe von Monografien, wenn das Geld knapp werde. “Bei Bibliotheken gibt es nicht mehr viel zu kürzen ohne Auswirkungen auf Lehre und Forschung. Wir haben keinen Gestaltungsspielraum mehr.„

So drastisch ist es in Dresden noch nicht. “Wir sind nicht völlig unterfinanziert„, sagte der stellvertretende Generaldirektor Michael Golsch. Wartezeiten für Nutzer seien die Ausnahme. Für Erwerbungen würden Mittel im Haushalt umgeschichtet, das Geld für Lehrbücher aber weniger - 300 000 Euro 2010 statt eine halbe Million Euro noch 2008. Mit zehn Euro pro Student liege man bundesweit jedoch im oberen Mittelfeld. Bisher wurde gezielt in die Lehrbuchsammlung investiert, da sie ein Standortfaktor sei. “Man kann aber auch erwarten, dass sich Studenten manchmal Grundlagenwerke selbst besorgen.„

Mit eher weniger Kapital wird auch an der Bibliothek der TU Chemnitz gerechnet. “Eigentlich ist Geld da, es gibt nur punktuell Engpässe, und wir sind bemüht, Lücken zu schließen„, sagte TU-Sprecher Mario Steinebach.

Noch kein Mangel herrscht an der TU Bergakademie Freiberg. “Das, was wir dringend benötigen, können wir kaufen„, versicherte Bibliotheksdirektorin Katrin Stump. Innerhalb des Landes werde versucht, durch Abbau von Mehrfachexemplaren bei Zeitschriften Ressourcen zu schaffen. Es gebe auch eine Kooperation zwischen Universitäts- und Hochschulbibliotheken im elektronischen Bereich.