Er sieht stets jünger aus, als er gerade ist. Das kann von Vorteil sein. Denn von Klaeden soll ein Amt übernehmen, in dem man manchmal schnell altert: dass des Schatzmeisters der CDU.
In seinen parlamentarischen Anfangsjahren gehörte der Familienvater zu den Jungen Wilden der CDU, die bei einem Bonner Italiener in der "Pizza-Connection" gemeinsam mit Junggrünen Zukunftspläne schmiedeten. Inzwischen haben "die Wilden" ihren Marsch durch die Institutionen fast beendet - ihren einst engsten Kreis hat Kanzlerin Angela Merkel in Ämter gebracht: Norbert Röttgen ist erster Parlamentarischer Geschäftsführer, Peter Altmaier inzwischen Innen-Staatssekretär, Ronald Pofalla Generalsekretär und jetzt eben von Klaeden. Allesamt sind sie Juristen. Während die einen sich auf Gesamtschulen, in Teestuben und Ortsvereinen sozialisierten, tummelte sich der CDU-Nachwuchs auf Delegiertenversammlungen der Jungen Union und auf altsprachlichen Gymnasien.
Von Klaeden war Chef-Angreifer der Union im Visa-Ausschuss gegen den damaligen Außenminister Joschka Fischer (Grüne). Durchaus mit Lust am (mitunter ätzenden) Witz und am Wortspiel. Deshalb überraschte es, als von Klaeden nach der Bundestagswahl 2005 leer ausging bei der Verteilung von Ämtern und Würden. Er wurde "nur" außenpolitischer Sprecher der Fraktion. Zuletzt war der Niedersachse als neuer Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium für Friedbert Pflüger im Gespräch, auch ein Merkel-Mann, der in die Berliner Landespolitik gewechselt ist. Jetzt also Schatzmeister. Ein pikantes Amt - weil man stets an den langjährigen CDU-Kassenwart Walther Leisler Kiep denken muss, der Mann der schwarzen Kassen und Geldkoffer. Von Klaeden könnte als Kassenwart auch wieder politische Akzente setzen.