Ein Jäger, der am Sonntag im Wald nahe Wiepersdorf bei Herzberg nach abgeworfenen Hirschgeweihstangen gesucht hat, entdeckte gegen zwölf Uhr den toten Wolf. Der zuständige Jagdpächter Siegfried Rieger informierte daraufhin die Polizei und auch den Wolfsbeauftragten des Landesjagdverbandes, Robert Franck. Der Wolf ist erschossen worden. Laut Polizei ist der Fundort nicht der Tatort. Die Kripo ermittelt wegen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

"Es war ein schmucker, etwa vier bis sechs Jahre alter Rüde", schätzt Siegfried Rieger. Der Schuss habe das Tier nicht gleich getötet. "Es kann durchaus noch weit gelaufen sein. Der tote Wolf lag dann aber schon einige Tage hier", so der erfahrene 81-jährige Jäger. 2013 und 2014 habe ein Wolf in der Wiepersdorfer Gegend Muffelwild, Rehwild und Wildschweine gerissen. In diesem Jahr habe er von einem Wolf aber noch nichts bemerkt, nicht mal Spuren, so Rieger. Er verurteilt diese Tat. "Das ist eine böse Geschichte", sagt er.

Robert Franck, der sich für das Landesumweltamt um getötete, auch überfahrene Wölfe kümmert, hat das Tier in das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Dort wird der Kadaver untersucht. "Ich bin tief enttäuscht, dass in unserem Bundesland schon wieder illegal auf einen Wolf geschossen wurde", sagt Franck. Der Landesjagdverband und der Deutsche Jagdverband verurteilen die Straftat in einer Stellungnahme.

In Elbe-Elster wurde bereits im Dezember 2014 nahe Hirschfeld ein erschossener und enthaupteter Wolf aufgefunden. Ein ähnlicher Fall hatte sich im August 2014 in Lieberose ereignet.