Anschließend drangen die Täter ins Innere ein und demolierten zwei große Lautsprecher, aus denen sonst tagsüber in Endlos-Schleife Marx' Werk "Das Kapital" zu hören ist. Die Höhe des Schadens war zunächst unklar. Bereits Ende Juni hatten Unbekannte an der Kunstinstallation gewütet.
Die vermutlich jugendlichen Täter wurden diesmal bei der Tat beobachtet. Doch die Polizei kam nach einem Notruf zu spät. Die Ermittler erkannten Parallelen zur ersten Tat in der Nacht nach dem Finale der Fußball-Europameisterschaft. Auch damals hatten die Täter Planen zerschnitten und Audio-Türme beschädigt.
"Das war reiner Vandalismus", sagte eine Mitarbeiterin am Dienstag. "Wir sind eigentlich jeden Morgen froh, wenn in der Nacht nichts passiert." In den vergangenen zwei Wochen hätten sich kleine Beschädigungen und Schmierereien gehäuft. Diesmal war der Schaden aber besonders groß. Die Audio-Türme sind nur noch Schrott.
Das Kunstprojekt soll trotzdem wie geplant bis Ende August geöffnet bleiben. Allerdings müssen die Besucher nun auf das "Kapital"-Hörbuch verzichten. Die Initiatoren denken sogar über eine Verlängerung nach, hieß es. Seit der Eröffnung vor knapp zwei Monaten besuchten rund 7500 Menschen den verhüllten Marx.
Mit dem "Temporary Museum of Modern Marx" wollen Kunststudenten aus dem sächsischen Schneeberg und dem österreichischen Linz zum Nachdenken über Marx anregen. (dpa/mb)