Am Vormittag kamen Einzelhandelsbeschäftigte zu ihren Kollegen vor die Werkstore von Amazon. "Die Kollegen wissen, dass sie für die gleiche Sache stehen", sagte Streikleiter Thomas Schneider. Vom Streik des Einzelhandels sind die beiden Real-Märkte in Leipzig, die Kaufland-Filialen in Großpösna und Gohlis sowie Aldi und Netto betroffen.

Zusammen mit der Spätschicht rechne er mit rund 500 Streikteilnehmern, davon 400 bei Amazon, sagte Schneider. Amazon orientiert sich bei der Bezahlung seiner Beschäftigten an der Logistikbranche.

Verdi verlangt für sie einen Tarifvertrag nach den höheren Konditionen des Versand- und Einzelhandels. Bisher hat das Unternehmen die Aufnahme von Tarifverhandlungen verweigert. "Die Situation ist sehr angespannt. Die Kollegen sind einfach wütend", sagte verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago.

Amazon erziele hohe Umsatzsteigerungen. "Es ist einfach ungerecht, dass das Unternehmen keine Tarifverhandlungen aufnehmen will." Amazon beschäftigt in Leipzig etwa 2000 Mitarbeiter. Für den Einzel- und Versandhandel in Mitteldeutschland gehen die Tarifverhandlungen am 14. November weiter. Verdi fordert für die 265 000 Beschäftigten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Rückkehr zum Manteltarifvertrag sowie die Erhöhung der Löhne und Gehälter um einen Euro pro Stunde - das seien zwischen 6,5 und 7,5 Prozent. Die Arbeitgeber hatten eine Lohn- und Gehaltsanhebung von 2,5 Prozent angeboten, zugleich aber flexiblere Arbeitszeitregelungen gefordert.

Verdi hatte in den vergangenen Wochen immer wieder zu Warnstreiks aufgerufen.