Das berichtete das staatliche irakische Fernsehen unter Berufung auf die irakische Polizei. Es habe sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt, berichtete der Sender weiter. Ein Augenzeuge habe ein weißes Auto beobachtet, das in die Menge fuhr und explodierte.
Bereits am frühen Morgen hätten vor dem Rekrutierungsbüro mehrere hundert junge Männer gewartet, sagte ein Augenzeuge. Sie reihten sich in eine lange Schlange ein, um Aufnahmeanträge für die neuen irakischen Streitkräfte auszufüllen. Das Büro liegt an einer der belebtesten Stellen der irakischen Hauptstadt. Der Bahnhof und der zentrale Busbahnhof liegen in unmittelbarer Nähe.
Unmittelbar nach der Explosion spielten sich dramatische Szenen ab. Zahlreiche Ambulanzwagen trafen ein. Auch Privatleute halfen und brachten Schwerverletzte in die Krankenhäuser. Das US-Militär sperrte den Schauplatz weiträumig ab. Fernsehbilder zeigten einen halben Meter tiefen Krater, Trümmer von Fahrzeugen und blutgetränkte Kleidungsstücke.
Der Anschlag ereignete sich einen Tag, nachdem eine Autobombe vor der Polizeistation von Iskandarija, 40 Kilometer südlich von Bagdad, rund 50 Menschen getötet hatte. Auch dort war die Opferzahl so hoch, weil sich zum Zeitpunkt des Anschlags zahlreiche Männer um die Aufnahme in den Polizeidienst bewerben wollten. Die neue irakische Armee wird derzeit vom US-Militär aufgebaut. Die alte Armee war nach der Besetzung des Landes aufgelöst worden.
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache der westirakischen Stadt Ramadi wurden gestern drei Polizisten zum Teil schwer verletzt worden. Der Attentäter habe seinen Sprengstoffgürtel am Eingang der Polizeistation gezündet und sei dabei getötet worden, verlautete aus Sicherheitskreisen. Am Morgen war in Ramadi nach Angaben von Augenzeugen bereits ein Sprengsatz explodiert, als ein US-Konvoi vorbeifuhr. Dabei seien vier Soldaten verletzt worden, hieß es. (dpa/roe)