In Kairo und in mehreren Provinzstädten protestierten nach dem Freitagsgebet mehrere Tausend Anhänger der verbotenen Muslimbruderschaft gegen die Militärführung, die den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im vergangenen Juli abgesetzt hatte. Die Demonstranten, die meist schon nach kurzer Zeit von der Polizei mit Tränengas vertrieben wurden, erinnerten außerdem an 37 Gesinnungsgenossen, die im August während eines Gefangenentransportes ums Leben gekommen waren.

Ursprünglich hatten am Freitag auch Menschenrechtler und die sogenannten Revolutionsgruppen gegen Militärprozesse für Zivilisten und das neue Demonstrationsgesetz protestieren wollen. Einige Aktivisten erklärten später jedoch im Kurznachrichtendienst Twitter, sie wollten nicht den Eindruck einer Allianz mit den Islamisten erwecken.

In der Nacht verhaftete die Polizei den Blogger Alaa Abdel Fattah. Ihm wird vorgeworfen, er habe zu einer illegalen Protestaktion aufgerufen.