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Ermittlungen in Energie-Fanszene

Cottbus. (lr) Die Polizeidirektion Cottbus wird mit allen zur Verfügung stehenden Maßnahmen gegen gewalttätige und klar rechtsradikale Aktionen in der Fanszene von "Energie Cottbus" vorgehen. Das kündigte Behördenchef Sven Bogacz am Dienstag an.

Dazu sei in der Staatsschutzabteilung bereits im Januar eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet worden. "Wir werden die kommenden Spiele absichern und für ein Gefühl der Sicherheit in der ganzen Stadt sorgen", versichert Bogacz. Ende April hatte es beim Regionalspiel SV Babelsberg gegen Energie Cottbus in Babelsberg schwere Krawalle, antisemitische und rechtsextreme Rufe gegeben. Als maßgeblich beteiligt an diesem und einer ganzen Reihe früherer Zwischenfälle mit Pyrotechnik, Gewalt und rechtsradikalen Parolen gilt die Fan-Gruppe "Inferno".

Nach Polizeiangaben gibt es um die Gruppe herum eine Szene von insgesamt rund einhundert Personen, die dem rechtsextremen und Rocker-Milieu angehören, der Kickbox-Szene und zu gewalttätigen Hooligans. Diese Mischung mit personellen Überschneidungen stellt seit Jahren ein besonderes Problem in der Region dar.

Am 28. April war es aus dem Cottbuser Fanblock beim Auswärtsspiel gegen Babelsberg 03 in Potsdam zu schweren Ausschreitungen und zum Skandieren rechtsextremer Parolen gekommen. Die Beteiligten waren zum Teil vermummt. Aus der Gruppe heraus wurde auch mehrmals der Hitlergruß gezeigt.

FC-Energie-Präsident Michael Wahlich beklagt, dass der Fußballverein "von kriminellen Elementen, die den Fußball als Plattform nutzen", unterwandert werde. Er bestätigt auf Nachfrage, dass es in jüngster Zeit offenbar Bedrohungen anderer Fans aus der rechtsextremen Fanszene heraus gegeben habe. Gegen zwei Vereinsmitglieder, die mutmaßlich an der Randale in Potsdam beteiligt waren, würden inzwischen Ausschlussverfahren betrieben.

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