Der Döberner Cristalica GmbH droht die Rückzahlung von 4,5 Millionen Euro Fördermitteln an das Land Brandenburg. Wie die Landesinvestitionsbank (ILB) auf RUNDSCHAU-Anfrage bestätigte, sei ein Widerrufsbescheid für die gewährten Gelder erlassen worden. Weitere Angaben machte ILB-Sprecher Matthias Haensch vor dem Hintergrund des laufenden Verfahrens nicht.

Inzwischen interessiert sich auch die Cottbuser Staatsanwaltschaft für den Vorgang. Oberstaatsanwältin Petra Hertwig bestätigte auf RUNDSCHAU-Nachfrage, dass gegen Cristalica-Geschäftsführer Lutz Stache ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Subventionsbetrug eingeleitet wurde.

Die ILB hat sich offenbar zum Handeln veranlasst gesehen, weil es für sie Zweifel daran gibt, dass die vertraglich fixierte Fortsetzung der Glasproduktion in Döbern gewährleistet ist.

Cristalica-Geschäftsführer Stache weist den Verdacht zurück. Er hat gegen den Widerrufsbescheid der ILB Widerspruch eingelegt und kündigte zudem an, dagegen juristisch vorgehen zu wollen. "Das wird letztlich der Richter entscheiden", sagte er.

Zudem verweist Stache gegenüber der RUNDSCHAU auf eine zurzeit defekte Glasmaschine, die nicht produzieren könne. Eine Ersatzinvestition gewährleiste aus seiner Sicht jedoch die Glasproduktion. Mit dem Eigentümer der defekten Maschine und anderen ehemaligen Geschäftspartnern führt Stache Zivilprozesse.

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