Dies ergebe sich aus der bisherigen Prüfung der Geheimdienst-Akten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt in Dresden, Henning Drecoll, den „Dresdner Neuesten Nachrichten“ und der „Sächsischen Zeitung“ (Donnerstag). Linksfraktion und FDP forderten Akteneinsicht.Je mehr ermittelt werde, desto „mehr heiße Luft kommt heraus“, sagte Drecoll den Zeitungen. Es gebe in Sachsen keine Korruptionsaffäre ungeahnten Ausmaßes. Einige gravierende Vorwürfe beruhten auf der Mitteilung einer Quelle, die unterdessen ihre Aussage bestritten habe.

Seit Wochen sorgen Anschuldigungen für Unruhe, wonach es Verbindungen von Justiz, Politik und Polizei zur Organisierten Kriminalität geben soll. Die Vorwürfe waren zuletzt von offizieller Seite bereits abgeschwächt worden.

Der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius, sagte der dpa, es sei noch kein Ende der Ermittlungen in Sicht. „Es kann noch Monate dauern.“ Eine der Schlüsselfiguren sei aus gesundheitlichen Gründen nicht vernehmungsfähig und müsse noch befragt werden. Dabei gehe es darum, wie es zu den Vorwürfen gekommen sei und was an ihnen dran sei. „Es soll aber möglichst schnell Licht ins Dunkel gebracht werden“, sagte er.

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses zur Korruptionsaffäre, Klaus Bartl (Linke), kritisierte in einer Mitteilung, die Staatsanwaltschaft blockiere die Herausgabe der Akten an das Gremium. Drecoll leiste PR-Arbeit für die Staatskanzlei, deren Motto Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) mit „Alles nur Gerüchte, die das Image der Regierungsarbeit schädigen“ vorgegeben habe.

Dem Parlament Akteneinsicht zu verwehren, weil man noch selbst ermittle, sei unzulässig, teilte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jürgen Martens, mit. Die Abgeordneten müssten sich selbst ein Bild von den Vorwürfen machen können. Der Obmann der CDU-Fraktion im U-Ausschuss, Christian Piwarz, kritisierte Bartl wegen Verletzung der Neutralität.