Die 18 Beschuldigten aus Deutschland, Polen und Italien richteten durch Geldwäsche sowie gewerbs- und bandenmäßigen Betrug einen Schaden von etwa 1,37 Millionen Euro an, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen gestern in Dresden mit. Die Gruppe bestand aus 15 Männern und drei Frauen und agierte vor allem im Raum Görlitz.
Die Beschuldigten sollen in mehr als 20 Fällen Verrechnungsschecks, die aus Europa und den USA stammten, auf dem Postweg nach Italien entwendet und anschließend verfälscht haben. Die Schecks wurden laut LKA bei Banken in mehreren Bundesländern zur Gutschrift eingereicht. Der bislang festgestellte Schaden liegt bei rund 1,37 Millionen Euro. Die monatelangen Ermittlungen liefen grenzübergreifend, sagte LKA-Sprecher Lothar Hofner.
Als Hintermann der Organisation gilt ein 43-jähriger italienischer Geschäftsmann, der in Görlitz eine Nachtbar betreibt. Er sitze in Untersuchungshaft, sagte Hofner. Bei Durchsuchungen in Wohn- und Geschäftsräumen im Raum Görlitz fanden die Beamten außer umfangreichen Beweismitteln auch Rauschgift. Die Polizisten stellten technische Geräte, Computer, Schmuck und Bargeld in einem Gesamtwert von rund 50 000 Euro sicher.
Mehrere deutsche und italienische Beschuldigte stehen im Verdacht, mit falschen Arbeits- und Gehaltsbescheinigungen Neuwagen über Kredite und Leasingverträge erworben zu haben. Die Kredite platzten meist, weil nach der ersten Rate kein Geld mehr überwiesen wurde. Die Autos wurden teilweise ins europäische Ausland verschoben. (dpa/gb)