Das heruntergekommene Firmengelände liegt schon hinter dem Ortsausgangsschild von Straupitz (Dahme-Spreewald). Eine graue Metallhalle, ein Autowrack, dahinter ein Flachbau und drei große Hundezwinger. In einem der Käfige war am Ostersonntag die Leiche von Mirko K. aus Straupitz gefunden worden.

Vermutlich wurde er Opfer eines tödlichen Streites nach Abbrennen eines Osterfeuers, das nur einen Steinwurf entfernt in der Nacht zum Ostersonntag loderte.

Die Staatsanwaltschaft Cottbus gibt vorerst aus ermittlungstaktischen Gründen keinerlei Informationen zu den bisherigen Ermittlungen bekannt. Auch über das Ergebnis der Obduktion des Toten hüllt sie sich vorerst in Schweigen.

Wer sich jedoch in Straupitz umhört, hört immer wieder von einem jungen Paar, das allein auf dem Industriegelände lebte, auf dem der Tote entdeckt wurde. Seit der Osterfeuernacht, so versichern mehrere Dorfbewohner, seien die beiden verschwunden, zusammen mit ihren beiden Hunden, einem Dalmatiner und einem Schäferhund.

Abgeschottetes Leben

„Wir hatten überhaupt keinen Kontakt zu den jungen Leuten“, sagt eine Nachbarin über das Paar, dessen Alter sie auf Ende 20 schätzt. Von der Straße her habe man kaum etwas gesehen von dem, was sich auf dem Grundstück abspielte. Irgendwann hatten sich die beiden dort eingemietet, mit wenigen alten Möbeln in ehemaligen Büroräumen gelebt. Jetzt liegt das Gelände verlassen. Nur eine Hängematte, ein Grill und ein Sack Holzkohle neben den Hundezwingern erinnern an die Anwesenheit der Bewohner.

Die junge Frau, als kleine, sehr zierliche Person beschrieben, hatte als Ein-Euro-Jobberin in der Gemeinde in der Landschaftspflege gearbeitet. Ihr Lebensgefährte ging in der Nachbargemeinde ebenfalls einer solchen Beschäftigung nach.

Der Straupitzer Bürgermeister Winfried Rekitt (parteilos) erinnert sich daran, dass die junge Frau ihm erzählt hatte, sie und ihr Lebensgefährte hätten früher auf der Straße gelebt. Wie und woher die beiden nach Straupitz gekommen sind, kann er nicht sagen. „Die haben sich diese Unterkunft alleine gesucht.“ Vermieter des Geländes sei ein Privatmann. Die junge Frau sei jedoch froh gewesen, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben, so der Eindruck des Bürgermeisters.

Streit um Schäferhund

Ein Straupitzer, der an diesem Vormittag in einer kleinen Werkstatt hantiert, ist noch immer tief betroffen von den Ereignissen: „Das Osterfeuer verlief so friedlich, jetzt ist das Dorf geschockt, jeder spricht davon.“ Viele junge Leute und Ortsfremde, vermutlich Urlauber, seien auf dem Feuerplatz dabei gewesen. Den wenige Stunden später toten Mirko K. habe er nicht bemerkt.

Andere Osterfeuergäste erzählen, dass das junge Paar vom alten Industriegelände am Ortsrand im Laufe des Abends dort aufgetaucht sei. Mit dem Mann habe Mirko K. gestritten, weil dessen Schäferhund nicht angeleint war. Der Streit soll sich jedoch schnell wieder gelegt haben. Wie es dann dazu kam, dass Mirko K. wenige Stunden später starb, und wie er in den Hundezwinger kam, ist noch unklar.

Der 38-jährige Straupitzer arbeitete wie seine Lebensgefährtin in der Landwirtschaft. Weil er aus einer ortsansässigen Familie stammt, kannten ihn fast alle im Ort. Mirko K. hinterlässt zwei Kinder im schulpflichtigen Alter.