Erschöpft, aber erleichtert trafen nach Tagen des Wartens auf Deutschlands Großflughäfen wieder Reisende ein. Auf Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt/Main brachten gegen halb sechs Uhr als erstes zwei Maschinen der Air Berlin gestrandete Urlauber aus Ägypten und von den Kanarischen Inseln zurück. Dann trafen Langstreckenmaschinen der Lufthansa aus Dubai, Angola und Bangkok ein; weitere Flüge wurden erwartet. Auch auf der Abflugebene herrschte wieder mehr Betrieb: Die Schlange vor dem Check-in der Lufthansa wuchs am Morgen auf 100 Meter.Positive Überraschung Flugbetrieb lief auch in München: "Ich war selbst überrascht, dass mein Flieger planmäßig flog", sagte ein Geschäftsreisender aus Berlin. Er landete am Morgen mit einer Air-Berlin-Maschine. "Das Flugzeug war aber nicht unbedingt voll. 20 Passagiere waren wir." Air Berlin wollte im Tagesverlauf das reguläre Programm wieder aufnehmen. Auch die Lufthansa wolle sich rasch ihrem Normalprogramm annähern, sagte Münchens Flughafen-Sprecher Peter Prümm.Weiter seien alle Flüge in Deutschland "kontrollierte Sichtflüge", die mit Sondergenehmigungen in der Luft sind. Denn wegen der Aschewolke des isländischen Vulkans am Eyjafjallajökull -Gletscher wurde das Flugverbot bis zum morgigen Mittwoch zwei Uhr verlängert. Vom Normalbetrieb war "MUC", wie der Flughafen München abgekürzt wird, aber ebenso weit entfernt wie zahlreiche andere Flughäfen. Annullierte Flüge beherrschten weiter die Anzeigetafeln, vor den Ticketschaltern warteten Dutzende Menschen genervt auf Auskunft. "Unser Flug ist jetzt schon zum zweiten Mal annulliert worden", ärgerte sich Walker Stone in München. Der 23-Jährige studiert in Istanbul Architektur und wollte mit Freunden am Montag aus München abfliegen. Dienstag weiß er noch immer nicht, wann es los geht.Stillstehende Bänder und gelangweiltes Personal an den Schaltern des Flughafens Berlin-Schönefeld: Die Nachricht von den eingeschränkt möglichen Flügen hat bei strahlendem Sonnenschein nur vereinzelt Reisende zu dem Airport im Süden der Hauptstadt gelockt. "Wir wollten eigentlich weiter nach Tel Aviv und sind extra aus Wittenberg mit dem Zug angereist. Nun hoffen wir, dass irgendwas geht", sagt eine junge Frau und packt erstmal ihre Butterbrote aus. Ein junger Grieche setzt darauf, dass seine Maschine nach Athen doch noch abhebt. Nur ein Sandwichverkäufer versucht es mit Galgenhumor: "Heute Vulkan Hotdog - sehr feurig!" lautet sein aktuelles Angebot.Abenteuerurlaub in Berlin In Berlin-Tegel hatte eine Schülergruppe aus dem Raum Neapel am Montagabend vergeblich darauf gewartet, dass ihre Maschine endlich startet. Nach vielen Stunden Wartezeit sollte sie dann ein Bus in die Heimat bringen. "Das wird wohl 30 Stunden dauern, bis wir wieder zu Hause sind", sagt Lehrerin Juliana Borzillo. "Wir werden Berlin lange in Erinnerung behalten. Das war ein richtiger Abenteuerurlaub.""Endlich zu Hause" Freudige Gesichter in Düsseldorf, Nordrhein-Westfalens größtem Airport. Die 20-Jährige Isabel Pohlmann hat Stress und Hilflosigkeit erlebt. Schon am Samstag wollten sie und ihr Freund aus Gran Canaria zurückfliegen, seither mussten sie ständig bei der Reiseleitung nachhaken. Immerhin endete für das Paar der Urlaub unter Palmen nicht auf Feldbetten am Flughafen. Am Montagabend hieß es unerwartet: "Schnell Koffer packen, Sie können morgen früh fliegen." In kurzen Hosen und mit einem strahlenden Lächeln sagt sie: "Endlich zu Hause!"