"Das war wirklich ein sehr riskantes Unternehmen gestern." Rund 13 Stunden dauerte die Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst bis zum späten Freitagabend.

Rund 4000 Menschen im der Nähe des Fundorts mussten am Morgen ihre Wohnungen verlassen. Nach der Aufhebung des Sperrkreises am Samstag kurz nach Mitternacht kehrten sie wieder in ihre Häuser zurück. Auch der Bahnverkehr wurde unterbrochen.

Die 250-Kilo-Bomben mit chemischem Langzeitzünder waren alle auf einem Grundstück gefunden worden. Die Entschärfung der vier Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg begann gegen 10.30 Uhr. Gegen 23.30 Uhr war die letzte Bombe amerikanischer Herkunft unschädlich gemacht.

Die Sprengmeister mussten bei der Aktion stundenlang in der Kälte in acht Metern Tiefe arbeiten. Dort steckten die Bomben im Erdreich. Die Blindgänger waren auf einem Baugrundstück zwischen Einfamilienhäusern im Ortsteil Lehnitz gefunden worden.

Oranienburg gehört zu den deutschen Städten, die besonders mit Weltkriegsmunition belastet sind. Seit 1990 wurden etwa 190 Bomben in der Stadt nördlich von Berlin gefunden. Bis zu 300 weitere werden noch im Erdreich vermutet. Rund 20 000 Bomben sollen im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt abgeworfen worden sein. Oranienburg war damals ein großer Standort der Rüstungsindustrie.