Dem Kreml ist die Machtübernahme der Romanow vor 400 Jahren sogar einen Hochglanzkalender wert. Darauf findet sich nicht nur der erste Romanow-Zar wieder - Michail, der am 24. Juli 1613 (11. Juli nach altem Kalender) den Thron bestieg. Auch Zarin Katharina II. und der ermordete Nikolaus II. werden vorgestellt.

Zum 400. Jubiläum gebe es Besuche der in Madrid lebenden Maria Wladimirowna Romanowa, die sich mit ihrem Sohn Georgi als alleinberechtigte Nachfahrin sieht, Gedenkgottesdienste und Ausstellungen, sagt Alexander Sakatow, Direktor der Romanow-Kanzlei in Moskau. Das Adelshaus würde gern eines Tages in seine Heimat zurückkehren. "Wann, das ist unklar. Es werden allerdings keine materiellen Ansprüche gestellt", so Sakatow.

Maria Wladimirowna, die 59-jährige Nachfahrin von Alexander II., tritt nur gelegentlich in Russland auf - zuletzt am 11. Juli mit dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche, Kirill. Er erinnerte in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg mit den Gräbern der Romanows an die glanzvolle Zaren-Zeit.

304 Jahre dauerte die Herrschaft des Romanow-Geschlechts, bis die Bolschewiken in der Nacht zum 17. Juli 1918 in Jekaterinburg die Zarenfamilie töteten. Es ist vor allem die russisch-orthodoxe Kirche, die die Erinnerung an diesen großen politischen Mord wachhält. In Jekaterinburg, wo einst die Villa stand, in der die Romanows erschossen wurden, steht heute eine Kathedrale mit großen Schwarz-Weiß-Fotos der Familie.

Nikolaus II., der nach der Oktoberrevolution von 1917 auf seine Vollmachten verzichtete, und seine Familie sind heute als Opfer politischer Repression rehabilitiert. Der Familie geht es heute um historische Gerechtigkeit. Sie sei keine Anwärterin für den Thron, "wie einige fälschlich behaupten", und strebe auch nicht nach Macht, erklärt Maria Romanowa. Aber sie halte die Ideale der Erbmonarchie und den Sinn einer Zarenherrschaft aus Tradi tion hoch.