Oktober 2006 in Moskau ermordeten Kollegin, die international als Symbol für engagierten Journalismus gilt, mehrere Sonderseiten. Angesichts weltweiter Forderungen nach Aufklärung des politischen Verbrechens kündigte die Moskauer Justiz am Freitag neue Gerichtsprozesse an.

Bürgerrechtler äußerten aber Zweifel, dass der Mord jemals aufgeklärt werde. Traditionell präsentieren russische Ermittler zum Jahrestag des Verbrechens vermeintlich neue Erkenntnisse. Es seien neue Anklageschriften wegen Mordes in Arbeit, sagte der Sprecher der nationalen Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, nach Angaben der Agentur Interfax.

Verdächtige erwarten Prozess

Demnach soll als Organisator des Verbrechens der frühere tschetschenische Geschäftsmann Lom-Ali Gajtukajew angeklagt werden. Gajtukajew sitzt bereits eine Gefängnisstrafe wegen eines anderen Verbrechens ab. Er soll im Juli 2006 den Mordauftrag angenommen und dann seine Verwandten sowie den früheren Polizeioberst Dmitri Pawljutschenkow angeheuert haben. Mehrere inhaftierte Verdächtige warten auf ihren Prozess.

Zweifel an Beweisen

Allerdings bezweifelt deren Verteidigung, dass die Anklage nach so langer Zeit genügend Beweise für eine Verurteilung vorlegen kann. Auch der Auftraggeber ist weiter unbekannt. Menschenrechtler, Freunde und Angehörige Politkowskajas vermuten seit Langem, dass die Spuren bis in den Machtapparat reichen.

Dagegen hatte der russische Regierungschef Wladimir Putin, dessen Geburtstag mit dem Tag des Mordes zusammenfällt, einmal gesagt, dass Politkowskajas Tod Russlands Image mehr schade als ihre Arbeit. Politkowskaja hatte vor allem auch aus dem russischen Konfliktgebiet Tschetschenien über schwerste Menschenrechtsverletzungen berichtet.