Die Neuregelung dürfe vor allem den Erhalt von Familienunternehmen in Deutschland nicht gefährden, sagte Merkel gestern auf dem Unternehmertag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin. Es sei das Ziel, Personengesellschaften von der Erbschaftsteuer freizustellen. Unions-Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) rechnet nach der Landtagswahl in Bayern mit einer Einigung. In die Kritik von FDP und Grünen geriet unterdessen Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU), der mit dem Scheitern der Reform gedroht hatte. "Ein Deutschland ohne Familienunternehmen ist nicht mein Deutschland", sagte Merkel vor rund 1000 Unternehmern. Röttgen sagte der "Frankfurter Rundschau": "Wir werden auf der Basis des vorliegenden Gesetzentwurfs eine mittelschicht- und mittelstandfreundliche Ausgestaltung realisieren." Es sei das gemeinsame Anliegen der Koalitionsparteien, dass der Erbfall nicht zum Risiko wird. SPD-Fraktionsvize Joachim Poß warnte CDU und CSU vor einem "Spiel mit dem Feuer". Was manche in der Union jetzt anprangerten, sei "vollkommen gedeckt" durch die Vorschläge, die Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) vor Jahresfrist gemeinsam erarbeitet hätten. Unionspolitiker hatten am Wochenende grundlegende Korrekturen an der Vorlage von Steinbrück gefordert. Kritik kam vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Den Firmen werde durch die Reform "eine untragbare Last aufgelegt", sagte Präsident Ludwig Georg Braun. Die derzeit bei Erbfällen geltende fünfjährige Haltefrist für Firmen dürfe "keinesfalls" ausgeweitet werden. Die Reform soll nach bisherigen Absprachen am 17. Oktober endgültig im Bundestag verabschiedet werden. Das Bundesverfassungsgericht hatte eine Neuregelung in diesem Jahr verlangt. Gelingt dies nicht, fällt die Erbschaftsteuer zum 1. Januar 2009 ganz weg.AFP/dpa/uf