Zuvor hatte sich die 13-köpfige Jury, die aus sieben Architekten und sechs Politikern besteht, auf einen neuen Fahrplan für den Landtagsneubau verständigt. Nachdem der SAP-Gründer Hasso Plattner 20 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Schlossfassade spendet, sollen die sechs am Vergabeverfahren beteiligten Konsortien nun bis Sommer 2008 ihre Entwürfe noch einmal überarbeiten. Der Zuschlag ist laut Speer für Anfang 2009 vorgesehen, die Fertigstellung wie bisher für 2011 geplant. "Die Maßgabe an die Konsortien ist, dass das äußere Erscheinungsbild sich weitestgehend am Knobelsdorff des 18. Jahrhunderts orientieren soll", erläuterte Kremer. Das wird für die Architekten der Konsortien zur Herausforderung: Denn es seien "keine Abstriche" am Raumprogramm zulässig, erklärte Speer. Das heißt, dass in dem Gebäude für den Fall einer Fusion auch ein gemeinsames Parlament für Brandenburg und Berlin (150 Abgeordnete) Platz haben muss. Brandenburg hat allein 88 Volksvertreter.
Wie es aus der Jury hieß, wird das größte Problem, dass die Schlossfassade wegen der hohen repräsentativen Prunkräume nur drei Etagen hatte, hinter die nun für das Parlament fünf Geschosse kommen sollen. Speer deutete an, dass möglicherweise der Innenhof stärker bebaut werden muss und der Plenarsaal sich "dorthin wenden könnte". Zugleich stellte er klar, dass es für "mehr Schloss" als Außen keine Chance gibt. Sonst müsste man eine andere Nutzung als den Landtag suchen. Zuvor hatte der Potsdamer Stadtschlossverein erneut gefordert, auch die Fassade zum Innenhof historisch zu bauen.
Die Fachjury hatte zunächst auch ein Ranking der bislang eingereichten sechs Entwürfe vorgenommen, die nun "in den Tresor" (Speer) wandern und für das weitere Verfahren ohne Belang sind. Wie aus Teilnehmerkreisen verlautete, war deren Qualität "eher ernüchternd".