Den zahlreichen Nachfragen standen fast keine Angebote gegenüber. Im Raum Chemnitz habe es im Juni und Juli nur zwei Jobangebote für 450 suchende Schüler gegeben, sagt Carmen Rosenbaum von der Jobvermittlung der Agentur für Arbeit. Davon sei ein Angebot sofort besetzt gewesen. Bei dem anderen Job seien die Anforderungen "nicht zu erfüllen" gewesen, fügt sie hinzu. Gesucht war ein Rettungssanitäter in einem Freibad, der über Führerschein und eigenes Auto verfügen sollte. Ein weiteres Problem sei, dass viele Betriebe die Kinder der eigenen Mitarbeiter bevorzugt behandelten. Die Arbeitsagentur hätte es sogar mit einer Zeitungsannonce versucht. Mit dem Aufruf sollten Betrieb freie Jobangebote melden. "Aber es kam nicht eine Reaktion", klagt Rosenbaum.
Noch schlechter sieht es in der Landeshauptstadt aus. Dort könne die Arbeitsagentur "kein einziges Angebot" für Schüler aufweisen, erklärte Agentursprecherin Romy Zeiler. Die Arbeitgeber würden schlichtweg keine Schüler suchen. Jobs gebe es erst, wenn man 18 Jahre alt sei. Hier hätten vor allem Rentner, Arbeitslose und Studenten gute Chancen, an geringfügig bezahlte Arbeiten zu kommen.
Bei diesen Zielgruppen seien die arbeitsrechtlichen Reglementierungen geringer als bei Schülern. So dürften junge Menschen beispielsweise nur zu bestimmten Tageszeiten arbeiten. Jobben in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen sei Minderjährigen verboten. Chancen hätten Schüler nur über das so genannte "Klinken putzen" oder persönliche Beziehungen, nennt Zeiler als Lösungen für dieses Problem.
Ganz anders sieht die Situation an den Hochschulen in Sachsen aus. "Es sind viel mehr Angebote als Studenten da", sagt die Leiterin der Jobvermittlung vom Leipziger Studentenwerk, Martina Lindhorst. "Wir haben ein bisschen Mühe, die Jobs an den Mann zu bringen", fügt sie hinzu. Jeden Tag würden zehn bis zwölf neue Angebote in die Datenbank aufgenommen. Dazu würden täglich etwa 30 bis 50 Studenten vermittelt. Allein im Juli hätten 767 Studenten einen Job gefunden.
Die Angebote reichen von Aushilfen auf dem Bau, über Kassierer-Jobs und Bürotätigkeiten bis hin zu Arbeiten im Bootsverleih. "Das geht querbeet, da ist alles dabei", erklärt Lindhorst. Aus diesem Grund halte sie es für nicht gerechtfertigt, wenn Studenten "rumlamentierten", dass es keine Arbeit gebe. Der Verdienst liegt den Angaben zufolge bei sechs bis sieben Euro pro Stunde. Einschränkungen gebe es allerdings auch bei Studentenjobs mit körperlicher Tätigkeit. "Wenn ihr über den Arbeitgeber nicht unfallversichert seid, dann lasst es lieber", heißt es dann von der Jobvermittlung.