Mehr noch: Die polnischen Suppen sind legendär! Man denke nur an Zurek oder Barszcz (russifiziert und anschließend eingedeutscht: Borschtsch) und an die diversen Pilz- und Gurkensuppen.

Warum die Sprichwörter so lauten, wie sie lauten, weiß ich genauso wenig wie meine polnischen Freunde, die ich kürzlich mit einer E-Mail-Umfrage zu dem Thema genervt habe.

Sicher ist: Die Dinge verändern sich. Der Wodkakonsum in Polen ist rückläufig, Bier und Wein sind auf dem Vormarsch. Und statt deftiger Suppen greifen viele Polen zunehmend zu Salat oder so merkwürdigen Dingen wie Bruschetta.

Wie dem auch sei, dass sich die Dinge mitunter schneller als gedacht verändern, das weiß auch Angela Merkel, die der Anlass für meine Umfrage zu dem Bier-Spruch war. Die Kanzlerin solle das Bier, das sie zusammengebraut hat, schön selbst austrinken.

So hatte ich es zuletzt von polnischen Politikern und Journalisten häufiger gehört, im Kontext der Flüchtlingsdebatte. Im Internet war sogar eine Bildmontage der Kanzlerin mit einem Maßkrug zu sehen.

Anders formuliert sollte das heißen: Die Flüchtlinge, die die Kanzlerin "eingeladen" habe, solle Deutschland behalten und Polen damit in Ruhe lassen. Eine inhaltliche Bewertung verkneife ich mir an dieser Stelle. Es geht mir um eine andere Beobachtung, die ich zuletzt in Polen gemacht habe. Es geht um: enttäuschte Liebe.

Mehrere Jahre in Folge haben die Polen Merkel zur beliebtesten ausländischen Politikerin gewählt. Selbst die traditionell in Polen populären US-Präsidenten hatten lange Zeit keine Chance gegen die Kanzlerin. Doch nun droht Merkels Stern jenseits der Oder zu verglühen. Was ist passiert?

Der Anlass für den Stimmungswandel im Nachbarland ist, wie erwähnt, die Flüchtlingsdebatte. Der tiefere Grund allerdings dürfte in einer neuen polnischen Deutschland-Skepsis zu suchen sein, die sich Ende Oktober auch in dem starken Wahlergebnis für die nationalkonservative Pis des Deutschland-Verächters Jaroslaw Kaczynski widerspiegelte. Wie gesagt: Die Dinge verändern sich mitunter schnell - und nicht immer zum Besseren.