Anwohner aus dem Elsterheider Ortsteil Nardt finden am Montag klare Worte: "Ich habe definitiv keinerlei Verständnis für eine solche Tat. Man hätte das Kind einfach im Krankenhaus oder irgendwo anders hinterlassen können, wo es gefunden wird. Ich bin für Babyklappen, auch wenn sie derzeit wieder umstritten sind", sagt R. Schmidt. Der empörte Familienvater wohnt in der unmittelbaren Nähe des Fundortes. "Für Sachen wie ‚Stuttgart 21' werden Millionen Euro bereitgestellt, aber für Babyklappen fehlt das Geld."

Spaziergänger hatten am Freitagnachmittag die in Decken eingehüllte und stark verweste Babyleiche unweit der Kriegsgräberstätte im Ortsteil Nardt und der Bundesstraße 96 gefunden. Die Identität, das Alter und das Geschlecht bleiben auch nach der Obduktion am Samstag bei der Rechtsmedizin in Dresden unklar. Auch über die Todesursache konnte die Polizei bisher keine Angaben machen. Die Polizei geht davon aus, dass das Baby unter einem Jahr alt gewesen sein muss. Da sich der Fundort nahe der B 96 befindet, könne nicht ausgeschlossen werden, dass Durchreisende das Baby dort abgelegt hatten.

Unterdessen sind erste Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. In welche Richtung diese verlaufen, sagte er nicht. Die Mordkommission ermittelt.