Der Aufsichtsrat der Vattenfall GmbH in Berlin wird nach RUNDSCHAU-Informationen am heutigen Montag über die Entscheidung der Konzernspitze zum Verkauf der Lausitzer Braunkohle beraten. Gestern wählte die Managementspitze des schwedischen Energiekonzerns aus, an wen die Tagebaue und Kraftwerke veräußert werden. Nach RUNDSCHAU-Recherchen galt der private tschechische Energiekonzern EPH als Favorit. Am späten Nachmittag wird mit einer Bekanntgabe der Entscheidung gerechnet.

In den zurückliegenden Tagen hat die Frage der finanziellen Rückstellungen für die Rekultivierung in der Lausitz für heftige Diskussionen gesorgt. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sagte dazu: "Es wird nicht so sein, dass nach dem Rückzug von Vattenfall nur noch ein ,leeres Sparschwein‘ auf dem Tisch steht." Die von Vattenfall gebildeten Rückstellungen von mehr als einer Milliarde Euro blieben bestehen. Einen Abfluss des Geldes nach Schweden schließt Gerber damit aus.

Zum Aufschluss neuer oder zur Erweiterung bestehender Tagebaue hatte Albrecht Gerber in einem "Radioeins und RUNDSCHAU Spezial" am Freitag gesagt: "Das hängt von den bundes- und europapolitischen Rahmenbedingungen ab. Wir haben als Koalition gesagt, dass wir diese Frage offen halten wollen." Das Wirtschaftsministerium bekräftigte, dass der für den Tagebau Welzow-Süd II beschlossene Braunkohleplan rechtlich weiter Bestand habe. Ob ein neuer Investor "diese Karte" letztlich ziehe, sei derzeit offen.