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Entscheidung über Erweiterungstagebaue vermutlich im Frühjahr

Tagebau Reichwalde macht mehr Staub.
Tagebau Reichwalde macht mehr Staub. FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Cottbus. Die Ungewissheit für 2600 von Umsiedlung bedrohte Lausitzer könnte bald ein Ende haben. Nach RUNDSCHAU-Recherchen könnte im Frühjahr eine Entscheidung über die Inanspruchnahme der geplanten Erweiterungstagebaue Jänschwalde-Nord, Nochten II und Welzow-Süd II fallen. Anfang Dezember hatte Leag-Vorstandschef Helmar Rendez bei der Barbarafeier des Reviers noch von einer Entscheidung „deutlich vor der Sommerpause“ gesprochen. sim

In Fachkreisen wird dabei mit einem endgültigen Abschied von den Plänen für Jänschwalde-Nord gerechnet. Zwei der sechs 500-Megawatt-Blöcke des benachbarten Kraftwerkes gehen im nächsten und übernächsten Jahr zeitlich befristet in eine Sicherheitsreserve und werden dann komplett stillgelegt. Dadurch reduziert sich der Kohlebedarf des Kraftwerkes, der überwiegend aus dem Tagebau Jänschwalde geliefert wird, um ein Drittel. Entsprechend länger hält der im Tagebau Jänschwalde noch vorhandene, genehmigte Brennstoffvorrat. Für den sächsischen Erweiterungstagebau Nochten II müssten rund 1700 Menschen umgesiedelt werden, für Welzow-Süd II in Brandenburg rund 900. Neben den Erwartungen an die weitere Entwicklung der Börsenstrompreise werden vermutlich die Umsiedlungskosten ebenso wie eventuell höhere Rekultivierungsausgaben für veränderte Tagebauführungen in Nochten und Welzow-Süd bei der anstehenden Entscheidung zu den Erweiterungsfeldern eine Rolle spielen.