Letta hatte auch angekündigt, dabei in den beiden Kammern die Vertrauensfrage stellen zu wollen. Sollte er diese verlieren, müsste er zurücktreten. Staatschef Giorgio Napolitano hätte es dann in der Hand, eine Übergangsregierung mit begrenztem Auftrag einzusetzen oder - wie von Berlusconi gewollt - sofort Neuwahlen auszuschreiben.

"Was das Vertrauensvotum angeht, da macht sich Letta keine Illusionen", meinte am Dienstag die liberale Turiner "La Stampa". Selbst wenn der Regierungschef wohl damit rechnen könne, dass eine Reihe von Berlusconi-Senatoren auf seiner Seite seien, bereite er eine Art Abschiedsrede vor. Letta hat immer betont, nicht um jeden Preis im Amt bleiben zu wollen, obwohl Italien mitten in einer tiefen Wirtschaftskrise Stabilität brauche.

Derweil hat der dreifache frühere Regierungschef Berlusconi seine massiv von einer Spaltung bedrohte Partei Volk der Freiheit zur Einigkeit aufgerufen.