Nach der glimpflich ausgegangenen Entführung eines Berliner Investment-Managers in Brandenburg gibt es eine neue wichtige Spur: Ein sehr auffälliges Kajak steht in Zusammenhang mit dem Fall. Es könnte die Polizei einen großen Schritt weiter bringen. Bislang gingen 51 Hinweise zu der Tat ein, sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag am Mittwoch auf Anfrage. Am Mittwochabend sollte in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ (20.15) um Mithilfe in dem Entführungsfall gebeten werden. Der Täter ist immer noch auf der Flucht.

Das Kajak war bereits am Sonntag in der Nähe der Schilfinsel in Wendisch Rietz (Oder-Spree) gefunden worden. Dorthin hatte der Entführer sein Opfer gebracht. Vergangenen Freitag hatte er den 51-jährigen Familienvater entführt, am Sonntag gelang dem Opfer die Flucht. Nach dem Täter, der ein Lösegeld in Millionenhöhe erpressen wollte und mit ungeheurer Brutalität vorging, wird immer noch gefahndet. Er wird noch in der Gegend vermutet. Der Verbrecher hatte ungeheure Ortskenntnis gezeigt.

Das rot und gelb gefärbte Boot ist 4,15 Meter lang und 62 Zentimeter breit. An dem sichtlich alten Modell wurde ein neues schwarzes Seil befestigt. Das Klebeband am Bug ist in Farbe und Abmessungen offensichtlich identisch mit dem bei der Tat verwendeten. Das Boot wird derzeit noch auf Fingerabdrücke und mögliche DNA-Spuren untersucht. Die Polizei sucht nun Zeugen, die das Kajak beobachtet haben oder mögliche Besitzer kennen.

Rund 200 Beamte sind in der gebildeten Besonderen Aufbau-Organisation (BAO) „Imker“ - wegen der auffälligen Maske des Entführers aus einem grobmaschigen Netz - im Einsatz. Diese speziellen Gruppen werden bei besonders schweren Straftaten gebildet und stehen über einer Sonderkommission (Soko).

Nach Angaben von Polizeisprecher Sonntag werden derzeit Anwohner, Angler, Jäger und Wassersportler befragt. „Jeder Hinweis ist wichtig“, sagte er. Ein Taucher suchte das Gelände noch einmal ab. Hubschrauber flogen erneut über das Areal rund um die Orte Dahmsdorf und Wendisch-Rietz.

Ermittler stufen den Täter als hochgefährlich ein und sind überzeugt, dass er vor mehr als einem Jahr auch die Berliner Unternehmerfamilie Pepper angegriffen hat. Nach neueste Angaben ist er etwa 1,70 bis 1,85 Meter groß, 25 bis 50 Jahre als und spricht deutsch.