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| 02:42 Uhr

Energiewende verliert Rückhalt

EnviaM-Vorstandschef Tim Hartmann kritisiert die ungerechte Kostenverteilung.
EnviaM-Vorstandschef Tim Hartmann kritisiert die ungerechte Kostenverteilung. FOTO: Taubert
Cottbus/Chemnitz. Zustimmung zur Energiewende im Osten – aber der Rückhalt lässt deutlich nach. Nach einer Studie des Energieversorgers enviaM ist das vor allem auf die Umsetzung mit steigenden Kosten zulasten der Ostländer zurückzuführen. Christian Taubert und Simone Wendler

Nach fünf Jahren Energiewende sagen 69 Prozent der befragten Privathaushalte im Osten "Ja" zum Wandel in der Energieversorgung. EnviaM-Vorstandsvorsitzender Tim Hartmann macht im RUNDSCHAU-Interview aber darauf aufmerksam, dass dies neun Prozent weniger als 2015 seien. Erstmals sei dieser Wert seit Beginn der Befragung 2012 unter 70 Prozent gesunken.

"Diese schwindende Zustimmung sollte uns zu denken geben", betont Hartmann. Die Studie liefere nach seiner Einschätzung auch Gründe dafür, dass die Energiewende an Rückhalt verliere. So habe mit 35 Prozent (2015: 43 Prozent) auch die Zahl derer abgenommen, die mit der Umsetzung dieses Großprojektes zufrieden seien. Unmut erzeugten vor allem hohe und steigende Kosten sowie deren ungerechte Verteilung innerhalb Deutschlands.

Hartmann verweist darauf, "dass wir im Osten viel stärker gefordert sind, weil die Energiewende hier schon viel weiter ist als in anderen Regionen". Doch auf den damit verbundenen Kosten bliebe der Osten sitzen. Beim Bund gebe es für eine Regulierung keine offenen Ohren, "weil das zu einer weiteren finanziellen Belastung der Stromverbraucher führen würde".

Zu den Problemen der Energiewende würde auch gehören, so der Vorstandschef, dass immer mehr ins Netz eingegriffen werden müsse, um die Stabilität zu erhalten. 2015 sei mehr als 500 Mal nachreguliert worden. 2010 waren es lediglich 16 Eingriffe. Länder Seite 4