Francis Kioyo (49.Minute) schoss den engagiert und zweikampfstark aufspielenden Aufsteiger aus der Lausitz in Führung, ehe der eingewechselte Ivan Klasnic (76.Minute) für Werder noch einen Punkt retten konnte.

Obwohl der Brasilianer Vragel da Silva nach überstandenem Muskelfaserriss einsatzbereit war, hatte Energie-Teammanager Sander mit der gegen Hertha BSC Berlin siegreichen Elf begonnen und setzte auf eine kompakte Abwehr. Mit Aggressivität und Einsatzbereitschaft warfen die Gäste sich den Bremer Angriffen entgegen. Trotz des Abwehrbollwerks hatte Piplica reichlich zu tun und zeigte dabei einige vorzügliche Paraden.

Im Spiel nach vorne lauerte das Energie-Team auf seine Chancen. Bei den raren Vorstößen verloren sie allerdings häufig den Ball durch Stoppfehler oder Fehlpässe. Bis zur 39. Minute dauerte es, ehe Verteidiger Kevin McKenna mit einem Kopfball das erste Mal für Gefahr vor dem Werder- Tor sorgte. Ansonsten hatte Tim Wiese einen ruhigen Nachmittag, bis Kioyo überraschend zu Beginn der zweiten Halbzeit die Führung erzielte. Unbedrängt konnte der Kameruner durchs Mittelfeld stürmen, von Per Mertesacker nicht attackiert, und den Ball aus knapp 20 Metern ins Tor wuchten.

Gegen den derzeit erfolgreichsten Aufsteiger erzielte vor 39 222 Zuschauern im Weserstadion Ivan Klasnic den am Ende sicherlich verdienten Ausgleichstreffer. Energie-Coach Petrik Sander wurde in der Schlussphase von Schiedsrichter Babak Rafati (Hannover) auf die Tribüne geschickt. Vorausgegangen war eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Babak Rafati. Sergiu Marian Radu war in der 90. Minute von Torhüter Tim Wiese im Strafraum gelegt worden. Der Pfiff des Referees blieb aus.

Nach den zuletzt tollen und torreichen Auftritten zeigte Werder diesmal eine nicht so starke Vorstellung. Obwohl das Team zum vierten Mal mit der selben Formation startete, also mit dem durch einen grippalen Infekt angeschlagenen Miroslav Klose, lief das Pass- und Kombinationsspiel nicht auf dem gewohnt hohen Niveau.

Werder spielte trotzdem feldüberlegen, obwohl die Hausherren sich den Luxus leisteten, die linke Seite ungenutzt zu lassen. Jurica Vranjes, für den verletzten Borowski eigentlich der linke Außen in der Mittelfeld-Raute, drängte immer wieder in die Mitte und machte dort die Räume eng.

Bis zur ersten Chance, einem wuchtigen Freistoß von Pierre Wome, den der starke Energie-Tormann Tomislav Piplica parierte, vergingen 21. Minuten. Erst danach häuften sich die Chancen der Bremer. Die besten Gelegenheiten boten sich dabei Diego (25.) nach einem ansehnlichen Doppelpass mit Klose, Per Mertesacker (26.) per Drehschuss sowie Klose bei einem Kopfball (36.) die besten Chancen der ersten Halbzeit. Nach dem Wechsel und dem Schock durch Kioyos Treffer dauerte es bis zur 63. Minute, ehe Naldo mit einem wuchtigen Freistoß wieder für eine Chance sorgte. Schaaf reagierte, wechselte Hugo Almeida und Ivan Klasnic ein, der zunächst mit einem Drehschuss (72.) scheiterte. Per Kopf traf der Kroate dann aber zum Ausgleich. (jas/dpa)