Martina Proske aus Neuhausen (bei Cottbus) ist FCE-Fan von ganzem Herzen. Seit 1982 sammelt sie alle Energie-Artikel, die in der RUNDSCHAU erscheinen. In diesen Tagen bekommt die 51-Jährige besonders viel Material, denn heute startet Energie Cottbus bei Borussia Mönchengladbach in das Bundesliga-Abenteuer.
„Der Verein ist immer aktuell und mein größtes Hobby“ , erzählt Proske. "Nach dem Aufstehen wird zuerst der Sportteil gelesen", beschreibt Martina Proske ihr tägliches Ritual. Jeder Bericht und jede noch so kleine Meldung zu ihrem Lieblingsclub schneidet die Hobby-Chronistin aus, alles wird sorgsam in ein Album geklebt. Mit der Zeit ist dabei ein richtiges Archiv entstanden.
Ein Buch umfasst immer zwei Spieljahre. "Schöne Erinnerungen sind das." Oft blättere sie abends nach der Arbeit in den liebevoll gebastelten Alben. Die meisten Artikel habe sie schon viele Male gelesen, "doch es ist immer wieder schön, an die alten Zeiten zu denken". Zwischen den Berichten kleben Eintrittskarten von Spielen, die sie besucht hat. Am Anfang einer Saison werden alle Neuzugänge genau unter die Lupe genommen. Nach dem Spieljahr bekommen die besten Kicker eine persönliche Einschätzung von ihr.

Kritische Beobachterin
Martina Proske ist nicht nur treue RUNDSCHAU-Leserin, sondern auch stets eine kritische Beobachterin geblieben. „Wenn ich eine Berichterstattung als ungerecht empfinde, rufe ich schon mal in der Redaktion an“ , sagt die 51-Jährige. Einmal habe sie auch Eduard Geyer einen Brief geschrieben, doch eine Antwort bekam sie nicht. "Mein Lieblingsspieler ist immer noch Detlef Irrgang", erzählt Martina Proske während sie durch die Alben blättert. Die Wahl zum besten Spieler aller Zeiten habe sie voll unterstützt. Natürlich dürfen in ihrem Album auch die zehn Gebote des „Fußball-Gotts“ nicht fehlen.

Souvenirs im ganzen Haus
Im Haus von Familie Proske ist Energie allgegenwärtig. Im Flur säumt ein Plakat der legendären Aufstiegs-Mannschaft vom Spieljahr 1996/97 die Wand. „Das sind die schönsten Erinnerungen“ , sagt Martina Proske nachdenklich. Der damalige Aufstieg in die 2. Bundesliga und das Erreichen des Pokalfinales in Berlin war die Geburtsstunde des Cottbuser Profi-Fußballs. Auf der Treppe hängen die Trikots vergangener Jahre - Schals, Mannschaftsfotos, Mützen und allerlei Souvenirs schmücken die Wände. In der Küche sind schon seit Wochen die neuen Ansetzungen angebracht. „Den Plan habe ich immer im Blick“ , fiebert sie dem Saisonstart entgegen. Ihr Mann Mario teilt ihre Fußball-Leidenschaft. „Energie ist bei uns immer ein Thema.“
„Block C, Reihe zwölf, Platz drei und vier - das waren viele Jahre lang unsere Stammplätze im Stadion.“ Die Neuhausenerin hatte mit ihrem Mann bis zur vorletzten Saison für die Heimspiele eine Dauerkarte und verpasste auch kaum ein Auswärtsspiel. Doch seitdem sie im eigenen Küchenstudio in Hoyerswerda regelmäßig samstags arbeiten muss, bleibt keine Zeit mehr, alle Spiele live im Stadion zu verfolgen. Von der Familie kann deshalb nur noch einer ins Stadion gehen. „Da kann es schon mal zum Streit kommen“ , grinst die 51-Jährige. „Es fällt schwer, nicht mehr bei jedem Heimspiel dabei zu sein. Die Atmos-phäre im Stadion der Freundschaft ist immer etwas Besonderes“ , schwärmt sie.
Martina Proske kam 1982 aus Zittau nach Cottbus. Als Kind wohnte sie in Eisenhüttenstadt und hat der damaligen BSG Stahl die Daumen gedrückt. "Ich war schon als kleines Mädchen ein großer Fußballfan", erinnert sie sich. Nach ihrem Umzug nach Cottbus war für sie schnell klar: "Dem FCE drücke ich die Daumen." Seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ist sie mit ihrem Mann auch Vereinsmitglied bei Energie Cottbus.
Die 51-Jährige freut sich diesmal besonders auf die neue Saison. "Es ist schon toll, wenn Energie in München, Hamburg, Bremen oder Dortmund aufläuft." Mit ihrem Mann und ein paar Freunden wolle sie den FCE auf jeden Fall in der SchalkeArena, sowie in Frankfurt und Köln unterstützen.

Hoffen auf den Klassenerhalt
Dass dem Aufsteiger der Klassenerhalt gelingt, hoffe sie natürlich sehr. „Wenn die Mannschaft ihre Auswärtsstärke behält, kämpft und immer alles gibt, hat sie eine Chance“ , ist die Neuhausenerin optimistisch. Sie ist überzeugt davon, dass das Team für den Saisonstart gegen Mönchengladbach topfit ist. „Patrick Sander macht seine Arbeit sehr gut“ , lobt sie den Energie-Coach.
„Ich könnte mir ein Leben ohne Energie gar nicht mehr vorstellen“ , gesteht sie. Wenn die Jungs heute gegen Gladbach auflaufen, wird bei Familie Proske auch wieder die Vereinsfahne aus dem Fenster hängen. „Das ist zu einem festen Ritual geworden. Ich hoffe, dass es der Mannschaft Glück bringt.“