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Energie als Zukunftsthema – Brandenburg als Labor

Wildau. Wenige Tage bevor Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Mittwoch eine Regierungserklärung zur Energiestrategie der Landesregierung abgibt, hat er die Energiefrage als "das zentrale weltweite Zukunftsthema" bezeichnet. Brandenburg nannte er auf auf einer Fachkonferenz der SPD in Wildau am Wochenende als "Zukunftslabor". Johannes M. Fischer

Braunkohle werde "mittelfristig" noch benötigt, "aber die Regenerativen werden weiter stark zunehmen", sagte er in einem Einführungsreferat. "Wir sind keine Kohlefreaks", aber er habe auch "keine Lust, den hohen Abhängigkeitsgrad vom Gas weiter zu erhöhen".

Tatsächlich kommen Deutschland die Energie-Importe teuer zu stehen. Im vergangenen Jahr wurden einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" zufolge 87 Milliarden Euro dafür ausgegeben. Das seien 16 Milliarden oder 23 Prozent mehr als 2010. Insgesamt musste Deutschland dem Bericht zufolge 69 Prozent seines Energiebedarfs durch Einfuhren decken. Bedeutendster Lieferant sei Russland, gefolgt von Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien.

Platzeck hält den Ausbau von Windkraft, Solarenergie und die Nutzung der Erdwärme für nötig, sieht aber auch "große Akzeptanzprobleme". Sein Vorschlag: Kommunen und Einwohner, "die durch Energiegewinnung Lasten tragen, sollten am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden".

Die Konferenz fand im Rahmen einer Debatte über das SPD-Thesenpapier "Brandenburg 2030" statt. Ein entsprechendes Leitbild soll auf dem Landesparteitag im September verabschiedet werden.

Die CDU-Fraktion im Landtag stellte Anfang März ein Energiekonzept vor. Darin wird unter anderem die "konsequente Stärkung von Forschung und Entwicklung" gefordert.