Den ersten Jubel hatte vor rund neun Monaten der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) ausgelöst, als er nach mehreren Niederlagen vor Gericht auf den Ausbau der Kyritz-Ruppiner Heide zum bundesweit größten Übungsplatz der Luftwaffe verzichtete. "Die Bürgerinitiativen, die Kommunalpolitiker vor Ort, der Landtag und die Landesregierung haben sich mit ihren gemeinsamen Protesten durchgesetzt", freute sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) nach dem endgültigen Aus für die Pläne. Der Sprecher der bereits 1992 gegründeten Bürgerinitiative "Freie Heide", Benedikt Schirge, sagte angesichts des geplanten Rückzugs der Bundeswehr aus der Kyritz-Ruppiner Heide: "Wir freuen uns natürlich sehr, unser Gesamtziel erreicht zu haben." Der Weg für eine zivile Nutzung ist also frei. Aber was wird aus dem rund 14 000 Hektar großen Gelände? Schirge sagte, dass eine kommunale Arbeitsgemeinschaft derzeit dabei sei, ein Konzept zur künftigen Nutzung für eine der größten deutschen Heidelandschaften zu erstellen. Ob es dort eine Nutzung für regenerative Energien geben könnte, müsse geprüft und abgestimmt werden. "Wir brauchen Geduld." Platzeck meinte: "Es kommt nun darauf an, kluge Konzepte für die friedliche Nutzung des zwar wertvollen, aber leider durch Munition verseuchten Naturschatzes zu entwickeln und schrittweise umzusetzen." In all den Jubel mischen sich Forderungen von Politikern und Initiativen, der Bund möge die Kosten für die Munitionsräumung übernehmen. Mitte 2009 hieß es, dass auf dem Gelände noch 1,5 Millionen Blindgänger liegen. In Bezug auf die Kosten wurde zuletzt immer wieder eine Summe von rund 200 Millionen Euro genannt. Zu den Kosten und einer möglichen Übernahme könnten derzeit keine Angaben gemacht werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) habe entschieden, dass das rund 120 Quadratkilometer große Areal an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben werde. Ein Zeitplan für die nächsten Schritte sei offen, hieß es.