Am Dienstag trafen sie sich zu Vorgesprächen über ein Dreier-Bündnis. Am Montagabend hatten sie sich bereits grundsätzlich auf eine Koalition geeinigt, die im Luxemburger Parlament auf 32 von 60 Sitzen käme. Die rot-blau-grüne "Gambia"-Koalition (in Luxemburg sind die Liberalen die Blauen) würde das Ende der gut 18-jährigen Regierungszeit von Juncker bedeuten.

Das Bündnis sei "eine historische Gelegenheit", sagte der Vorsitzende der liberalen Demokratischen Partei (DP), Xavier Bettel (40), der als möglicher neuer Premierminister gehandelt wird. "Ich meine, dass es nicht schaden kann, wenn in Luxemburg ein frischer Wind weht."

Junckers Christlich-Soziale Volkspartei (CSV) war aus der Parlamentswahl am Sonntag mit 33,7 Prozent (2009: 38 Prozent) der Stimmen als stärkste Partei hervorgegangen. Sie bräuchte zum Regieren aber einen Partner. CSV-Präsident Michel Wolter betonte, dass auch eine solide Zweier-Koalition möglich gewesen sei. Man bedauere, dass man gar nicht mit ins Boot geholt wurde. Eine Dreierkoalition respektiere den Wählerwunsch nicht. Falls es zu dem Bündnis komme, werde man erhobenen Hauptes in die Opposition einziehen,