Doch dann kam die Polizei - die Handschellen klickten. Die Ehefrau verschwand eines Nachts.

Der 42-Jährige stammt aus Kiel und wurde unter seinem ursprünglichen Namen Kim Schmitz in der deutschen Hackerszene bekannt, bevor er ihn offiziell ändern ließ. Seine Tauschplattform Megaupload wurde 2012 nach FBI-Ermittlungen abgeschaltet. Über das Portal wurden den Vorwürfen der US-Ankläger zufolge massenhaft illegale Kopien von Filmen und Musik verbreitet. Dotcom hatte 2010 ein Einkommen von 48 Millionen Dollar, so die Ermittler. Ein neuseeländisches Gericht stimmte der Auslieferung in die USA zu, dort droht ihm eine langjährige Haftstrafe.

In einer Anhörung voraussichtlich am 29. August will Dotcom dagegen angehen. Er weist die Vorwürfe zurück. Er habe nur eine Plattform betrieben und keine Kontrolle darüber gehabt, was Nutzer speicherten. Zudem kündigte er einen Neustart von Megaupload für 2017 an.

Mit seiner neuen Partnerin lebt Dotcom jetzt in einem Penthouse im Hafenviertel von Auckland. Er nennt es "das Piratenschiff". Für den Journalisten David Fisher, Autor des Buches "The Secret Life of Kim Dotcom" ("Das geheime Leben von Kim Dotcom"), hat die Saga Suchtfaktor: "Da ist Dotcom, der mehr Geld hat als Gott, mit einer wunderschönen Frau, die ihn verlässt, ersetzt durch eine Jura-Studentin, die halb so alt ist wie er. Und ein Haufen hübscher Kinder, die in diesem tollen Apartment leben." Ihn fasziniert der wuchtige, immer schwarz gekleidete Deutsche: "Ihm fehlt nur noch eine flauschige weiße Katze zum Superschurken aus einem James-Bond-Film."

Die Neuseeländer seien indes der Dotcom-Show überdrüssig, sagt Fisher. Anfangs hätten sie ihn noch für seinen Widerstand gegen "die da oben" bewundert, aber als der Deutsche 2014 versuchte, mit der von ihm gegründeten Internet-Partei groß in die Politik einzusteigen, sei es mit der Sympathie vorbei gewesen.