Auch strafrechtliche Folgen seien denkbar. Er könne sich nicht vorstellen, dass die Fälle "im Einklang mit dem westdeutschen Recht gewesen sind". Experimente ohne Einwilligung der Betroffenen halte er für "skandalös".

Der Thüringer FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Kurth forderte, den Bundestag zur Untersuchung der Vorfälle einzuschalten. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet, dass Patienten in DDR-Krankenhäusern als Probanden für Arzneimittelversuche westdeutscher Pharma-Firmen herangezogen wurden; auch ohne ihr Wissen. Für einzelne Studien sollen bis zu 860 000 D-Mark (knapp 440 000 Euro) an die DDR gezahlt worden sein.

Das Blatt beruft sich auf Unterlagen aus dem DDR-Gesundheitsministerium. In der Liste seien mehr als 50 Firmen aufgeführt, die bei dem Ministerium von 1983 bis zum Mauerfall 165 Medikamentenstudien in Auftrag gegeben hätten.