"Es ist mir eine große Ehre, in diesen stürmischen Zeiten für das höchste Staatsamt vorgeschlagen zu werden", sagt der beliebteste Politiker Deutschlands . Die Freude bei ihm sei groß, aber der Respekt vor der Aufgabe "noch größer".

Es ist das erste Mal, dass Steinmeier etwas ausführlicher Stellung nimmt, nachdem auch die Union am Montag auf den Kandidaten der SPD eingeschwenkt war. Dazwischen tourte der Außenminister wie gewohnt durch die Welt. Erst Brüssel, dann Ankara, das übliche Geschäft.

Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist der Genosse der "richtige Kandidat in dieser Zeit". Ein Mensch, dem man vertrauen könne. CSU-Chef Horst Seehofer lobt den Sozialdemokraten als "Mann des Ausgleichs", der für "Ruhe und Besonnenheit" stehe und überhaupt bestens geeignet sei - als Mensch und als Politiker. Auch Gabriel lobt seinen Parteifreund naturgemäß in den höchsten Tönen. Staatstragend zu sein, das braucht Steinmeier nicht mehr zu lernen. Genauso wenig, wie man dem 60-jährigen Polit-Profi die kniffligen Regeln des Protokolls erklären muss. Betont locker sieht ihn die breite Öffentlichkeit dagegen fast nie. Vielleicht plaudert Steinmeier in diesem Moment ja auch deshalb ein bisschen über seinen brandenburgischen Wahlkreis, wo er auch besorgt nach der Zukunft gefragt werde. Der Brexit in Großbritannien, die Wahlen in den USA und die Entwicklung in der Türkei seien Erdbeben. "Sie rütteln an uns, aber sie können uns auch wachrütteln", erklärt Steinmeier. Ein Bundespräsident dürfe jedoch kein Vereinfacher sein. "Er muss ein Mutmacher sein", so Steinmeier.

Gabriel hat in Sachen Steinmeier voll auf Risiko gespielt und am Ende gewonnen. In der Bundesversammlung, die am 12. Februar 2017 das neue Staatsoberhaupt wählt, kommen Union und SPD zusammen auf mindestens 928 von insgesamt 1260 Stimmen. Da steht Steinmeier als Sieger praktisch jetzt schon fest.