Im Kern geht es um 1600 von rund 3000 Kunstwerken, auf die die Wettiner kürzlich „überraschend“ - so die Ministerin - Ansprüche angemeldet hatten. Sprecher der Opposition hatten zuvor die Forderungen der Wettiner-Eben teilweise als maßlos bezeichnet und vor einem Ausverkauf der Kunst gewarnt.
Stange verwies nach der zeitweise sehr emotionalen Debatte darauf, dass das Haus Wettin nach dem Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 einen Rechtsanspruch auf Rückgabe von Kunstgütern habe. Nach diesem Gesetz müssen Adeligen und privaten Sammlern, die zwischen 1945 und 1949 in der sowjetischen Besatzungszone enteignet wurden, bewegliche Sachen zurückerstattet werden. Das Gesetz schreibt die Rückgabe der Kunstgegenstände im Jahr 2014 vor, falls es vorher zu keiner gütlichen Einigung gekommen ist.
Volker Kühlow von der Linksfraktion warf den Wettinern vor, Kunstgegenstände fortschleppen und verhökern zu wollen. Hintergrund ist die für kommende Woche geplante Versteigerung von vier Tierplastiken im Auktionshaus Christie's in London, die die Wettiner nach einem Vergleich erst kürzlich vom Freistaat zurückerhalten hatten.
Steffen Heitmann (CDU) bat die Wettiner um eine Lösung, die der historischen Rolle des Hauses Wettin gerecht werde. „Es geht um Kulturgut, das im Bewusstsein der Bevölkerung besonders verankert ist“ , hob er auf die vom Königshaus zusammengetragenen Schätze ab.
Ähnlich äußerte sich Gunther Hatzsch (SPD). Er verwies auf die Regelung, die mit dem Erben des Sammlers Maximilian Speck von Sternberg getroffen wurde. Dieser habe nach dem Verkauf von zwei wertvollen Bildern an den Freistaat auf alle weiteren Ansprüche an Sachsen verzichtet. (dpa/ddp/cd)