Es sei aber nicht mehr mit Sicherheit feststellbar, ob sie auch vor Florians Tod daran gelitten habe.
Der Experte empfahl, die jetzt 20-Jährige nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Beim Vater habe er keine krankhafte seelische Störung diagnostiziert. Die Eltern müssen sich wegen Mordes durch Unterlassen vor Gericht verantworten. Sie sollen ihren gemeinsamen Sohn so unregelmäßig gefüttert haben, dass er im Februar 2008 mit sechs Monaten an Unterernährung starb. Bei seinem Tod wog der abgemagerte Florian einem Rechtsmediziner zufolge 190 Gramm weniger als bei seiner Geburt.
Der Gutachter bewertete die Beziehung der seit dem Tod des Kindes im Februar 2008 in Untersuchungshaft sitzenden Eheleute als schwierig. Es habe ein dauernder "Konflikt zwischen Autonomie und Abhängigkeit" bestanden: Als der heute 21 Jahre alte Vater zunehmend versuchte, für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen und damit die gemeinsame Wohnung verließ, habe die "Katastrophe" ihren Lauf genommen, die den Jungen wohl das Leben kostete.
Beide Angeklagte hatten sich als Halbwüchsige beim gemeinsamen Besuch einer Förderschule kennengelernt und waren später ein Paar geworden. Der Prozess soll morgen fortgesetzt werden. Für Freitag ist bereits das Urteil angekündigt. (dpa/ta)