Vermutlich war die Abreise der elf Schiffe in Portsmouth (Südengland) den örtlichen Zeitungsmachern nicht eine Schlagzeile wert. Am 13. Mai 1787 segelten unter dem Kommando von Captain Arthur Phillip (1738 bis 1814) insgesamt 1030 Personen, darunter 736 Sträflinge, in Richtung Neusüdwales, wie damals das heutige Australien noch hieß. Das Schicksal der Häftlinge an Bord der Schiffe berührte kaum jemanden an Land. Die Bevölkerung ahnte nicht, dass diese "First Fleet" (Erste Flotte) eine bedeutende Episode in der zukünftigen Geschichte des fünften Kontinents schreiben würde. Nach einer strapaziösen Überfahrt erreichte der Schiffskonvoi im Januar 1788 den südlich gelegenen Kontinent und steuerte die Ostküste an. Nachdem sich die ersten beiden Landungsplätze, die Botany Bay und die Rose Bay, wegen Mangels an Trinkwasserquellen und fruchtbarem Boden für eine Besiedlung als untauglich erwiesen, segelte die Schiffsflotte in die Bucht von Port Jackson hinein.

Erst am 26. Januar 1788 fand Captain Arthur Phillip mit der Bucht Sydney Cove eine geeignete Landungsstelle, die seinen Wünschen und Forderungen entsprach. Der Landungstag, heute als "Australian Day" bezeichnet, ist der Nationalfeiertag von etwa 25 Millionen Einwohnern auf dem etwa 7,7 Millionen Quadratkilometer großen Kontinent. Es war das Startsignal für eine kontinuierliche Entdeckung, Erforschung, Besiedlung und Bewirtschaftung des Kontinents. Vorerst hatten die Sträflinge, die "convicts", die notwendige, beschwerliche und wichtige Aufgabe, die Vorarbeiten für eine Besiedlung zu schaffen. Eine eventuelle Rückkehr der Strafgefangenen hatte die englische Regierung erst gar nicht in Betracht gezogen. So erhielten die Haftentlassenen in der Kolonie kostenlos zwölf Hektar Land und waren über den Zeitraum von zehn Jahren von sämtlichen Steuern, Abgaben und Zinsen befreit. Erst 1792 kamen die ersten fünf Familien, insgesamt 13 Personen, als freie Siedler nach Neusüdwales. Mit der schrittweisen Besiedlung der neuen Landstriche im Küstenbereich wurde die soziale, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Ureinwohner stark beeinflusst. Bis heute spüren die Aborigines die Auswirkungen der 225-jährigen Besiedlung im Alltag.

Die ersten bedeutenden Entdeckungen tätigten um das Jahr 1800 die Seefahrer Matthew Flinders (1774 bis 1814), George Bass (1771 bis 1803) und Nikolas Baudin (1754 bis 1803). Sie umrundeten den fünften Kontinent und stellten fest, dass Tasmanien eine Insel ist. Auf Vorschlag von Matthew Flinders trägt seit dem 4. April 1817 der fünfte Kontinent den offiziellen Namen "Australien". Auch ein wagemutiger Abenteurer und wissbegieriger Naturforscher aus Preußen trug sich in die Annalen der Entdeckungsgeschichte Australiens ein. Ludwig Leichhardt (1813 bis 1848) aus Trebatsch am Schwielochsee führte in den Jahren von 1842 bis 1848 mehrere bedeutende Überlandreisen im Norden des fünften Kontinents durch. Die Forschungsergebnisse seiner Expeditionen waren für viele Tausend Siedler, Handwerker und Geschäftsleute aus Europa, Asien und Amerika Anlass und Motiv, das Glück in der Ferne zu suchen. Heute erinnern über Tausend Namensnennungen in Australien, darunter Siedlungen, Highways, Berge, Flüsse, Creeks, Pflanzen und Tiere an den jungen Forscher aus der Niederlausitz. Anlässlich seines 200. Geburtstages am 23. Oktober wurde das Jahr 2013 mit vielen Gedenk- und Festveranstaltungen zum "Ludwig Leichhardt-Jahr" erklärt.