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| 02:39 Uhr

Elektroschocks gegen Angreifer

Berlin/Guben. Der Fall eines 25-jährigen, der in Guben (Spree-Neiße) vier Polizisten außer Gefecht gesetzt hat, sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Weniger Tage danach hat die Polizei in Berlin einen brutalen Angreifer erschossen. Lydia Schauff

Um derartige Fälle künftig zu vermeiden, testen Berliner Polizisten jetzt Elektroschocker als Alternative zur Schusswaffe. Innensenator Andreas Geisel (SPD) startete gestern eine dreijährige Probephase für Taser. Das sind Distanz-Elektroimpulsgeräte. Wird die pistolenähnliche Waffe ausgelöst, schießen Drähte mit Widerhaken Richtung Zielperson, um dieser einen elektrischen Schlag zu versetzen. In Berlin ist der Test zunächst auf die Polizei-Abschnitte um die Friedrichstraße und den Alexanderplatz begrenzt. Die Einsätze der Taser sollen detailliert ausgewertet werden.

Burkard Dregger, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: "Wer gegen den Taser ist, ist für die Schussabgabe mit einer Neun-Millimeter-Waffe." Polizisten bräuchten Alternativen zu Pfefferspray und tödlichem Schuss.

In Brandenburg und Sachsen ist der Gebrauch von Tasern nur Spezialeinheiten vorbehalten. Der Einsatz solcher Geräte durch Spezialeinsatzkommandos hat sich in Sachsen nach Einschätzung des Innenministeriums bewährt. "Eine Ausweitung der Ausstattung auf andere Organisationseinheiten der sächsischen Polizei ist aber nicht vorgesehen", heißt es weiter.

Auch in Brandenburg sollen Taser nach Angaben von Ingo Decker, Sprecher des Innenministeriums, künftig nicht zur Standard-Ausstattung von Streifenpolizisten gehören: "Momentan gibt es keine konkreten Pläne", sagte Decker der RUNDSCHAU.

Themen des Tages Seite 3