Ursprünglich sollte die elek tronische Lohnsteuerkarte zum 1. Januar 2012 eingeführt werden. Diesen Termin hatte die Finanzverwaltung jedoch bereits Anfang November gekippt. Grund seien Probleme bei der technischen Erprobung des Abrufverfahrens auf der Datenbank, hieß es. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht genannt.

Es ist bereits die zweite Verzögerung zur Einführung der digitalen Steuerkarte. Schon der erste Starttermin 2011 wurde nach technischen Schwierigkeiten um ein Jahr hinausgeschoben. Deswegen galt die eigentlich schon abgeschaffte bunte Lohnsteuerkarte aus Karton für das laufende Jahr noch weiter.

Von dem elektronischen Verfahren verspricht sich die Verwaltung eine wesentliche Erleichterung bei der Kommunikation zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Finanzämtern und Meldebehörden.

Erst vor wenigen Tagen hatte die RUNDSCHAU berichtet, dass die Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte zum 1. Januar 2012 wegen eines Daten-Chaos beim Bund um mindestens ein Quartal verschoben wird. Dieses Daten-Chaos betrifft Millionen Arbeitnehmer in Deutschland. Auch Tausende Lausitzer erhielten Unterlagen mit falschen Informationen.

Die Unterlagen, die an die Haushalte verschickt wurden, wiesen teils fehlerhafte Lohnsteuerabzugsmerkmale auf, die von falschen Steuerklassen bis zu unkorrekten und nicht eingetragenen Freibeträgen reichten. Diese mussten nachgebessert werden. Arbeitgeber konnten demzufolge noch nicht elektronisch auf die Daten zugreifen. Für die Lohnabrechnungen galten weiter die Angaben der Lohnsteuerkarten von 2010, bestätigt das brandenburgische Finanzministerium.

Wegen des offenbar beim Bundeszentralamt für Steuern verschuldeten Daten-Chaos erlebten die Finanzämter von Finsterwalde über Cottbus bis nach Görlitz einen großen Ansturm. Die Vorsitzende des Brandenburger Steuerzahlerbundes, Angela Mai, übt scharfe Kritik an dem Verfahren zur Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte. „Das Verfahren hätte erst nach reichlicher Prüfung gestartet werden dürfen“, sagt sie.