Grund dafür sei vor allem der längere Planungsvorlauf bei solchen Arbeiten. Insgesamt sei die Schadensregulierung nach dem Hochwasser aus Sicht der Ministerin aber "reibungslos" verlaufen. "Es ist gelungen, den landwirtschaftlichen Betrieben unbürokratisch und schnell zu helfen", so Schneider. "Auch viele Schäden an öffentlichen Gebäuden sind beseitigt."

Allerdings benötigt das Land zur Reparatur seiner Infrastruktur deutlich mehr Geld, als es ursprünglich angenommen wurde. Der einst veranschlagte Entschädigungsbedarf von 48 Millionen Euro sei mit den bislang bewilligten Projekten bereits um fünf Millionen Euro überschritten worden. Dagegen wurden von den für Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe veranschlagten 35 Millionen Euro nur rund zwei Drittel abgerufen: Brandenburgs Landwirte reichten lediglich 343 Anträge auf Schadensregulierung ein, die zusammen ein Volumen von etwa 20 Millionen Euro hatten. Noch weniger wurden Privatleute durch das Hochwasser geschädigt: Hier gingen nur zwölf Anträge ein, die zusammen ein Volumen von 800 000 Euro umfassten.

Insgesamt stehen dem Land Brandenburg aus dem Aufbaufonds von Bund und Ländern nach Angaben des Infrastrukturministeriums Mittel in Höhe von bis zu 89,7 Millionen Euro zur Verfügung. Enthalten seien in dieser Summe auch Gelder aus dem Europäischen Solidaritätsfonds (EUSF) in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro.

Bislang sind nach Angaben von Schneider insgesamt 581 Schadensfälle im Umfang von rund 78 Millionen Euro gemeldet worden. Nachzügler könnten aber noch bis zum 30. Juni des kommenden Jahres einen Antrag auf Entschädigung stellen. Was die landeseigene Infrastruktur betrifft, bestehe der größte Sanierungsbedarf mit 14,6 Millionen Euro im Landkreis Elbe-Elster, gefolgt vom Landkreis Prignitz mit 6,9 Millionen Euro und dem Havelland mit 2,1 Millionen.