Zum ersten Mal in dieser großen Zahl werden die Asylbewerber in einem Aufgang eines Wohnblocks in einem Wohngebiet untergebracht - und damit nicht in dem vom Flüchtlingsrat kritisierten, abseits gelegenen Asylbewerberheim in Hohenleipisch.

Nach dem Verteilungsschlüssel des Landes Brandenburg bekommt der Landkreis Elbe-Elster 4,8 Prozent der Asylbewerber des Landes zugewiesen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Der Landkreis hat bis zum 31. Dezember 2013 für die Unterbringung von 147 Asylbewerbern zu sorgen. Einschließlich der am Dienstag eingetroffenen Tschetschenen sind momentan 96 Asylbewerber untergebracht. "Elbe-Elster steht ohne Wenn und Aber zu seiner Verpflichtung zur Aufnahme von Asylbewerbern im Landkreis." Das hat Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) deutlich gemacht. Er wies damit Vorwürfe der Landesregierung, im Landkreis agiere man zu zögerlich, als "völlig unbegründet" zurück. "Als Landkreis der Vielfalt und Toleranz ist diese Unterstützung, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund aktueller Bilder aus den Krisengebieten der Welt, für uns selbstverständlich." In Elsterwerda wird den Tschetschenen der Mindeststandard bei der Unterbringung geboten. Weil sie nun in eigenständigen Wohnungen leben können, zeigte sich eine große Zahl der Flüchtlinge im Gespräch mit Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos), der perfekt die russische Sprache spricht, dankbar. Er habe von Schussverletzungen, Folter und von traumatisierten Zuständen, in denen sich Flüchtlinge befänden, erfahren.

Der Landkreis Elbe-Elster habe gemeinsam mit den Kommunen große Anstrengungen unternommen, um akzeptable Lösungen zu finden. Konsens war, so Heinrich-Jaschinski: "Schnellschüsse helfen nicht weiter. Uns geht es um die bestmögliche Betreuung von Asylbewerbern, um sie für die Zeit ihres Aufenthaltes in das gesellschaftliche Leben zu integrieren." Deshalb seien unter anderem Gespräche mit Wohnungsanbietern geführt worden.