Der 60-jährige Rheinländer ist erneut angeklagt, als einer der höchsten Finanzkontrolleure des Landes zwischen 1998 und 2001 fingierte Reisekosten abgerechnet zu haben, nachdem der Bundesgerichtshof 2006 einen ersten Freispruch des Landgerichtes wegen schlampiger Beweiswürdigung aufgehoben hatte. Am Donnerstag kam es zunächst zu einem Eklat. Das Landgericht zwang den vorgeladenen Präsidenten des Landesrechnungshofes Thomas Apelt dazu, seinen Prozessbeobachter aus dem Gerichtssaal "zurückzuziehen". Um eine Auseinandersetzung zu vermeiden, fügte sich Apelt erst einmal - behielt sich jedoch vor, seine Entscheidung zu revidieren. Der Beobachter hatte im Auftrag Apelts die Verhandlungen für die parallel laufenden Verwaltungs- und Disziplinarverfahren gegen Hülsmann protokolliert. Das Gericht sah eine unzulässige "Zeugenpräparierung" darin, dass just diese Protokolle einem der Zeugen, nämlich dem früheren Leiter der Präsidialabteilung des Hofes, Werner Heinrichs, bekannt waren - ehe dieser als Zeuge vernommen wurde. Im Strafrecht dürfe es nicht sein, dass Zeugen wissen, was frühere Zeugen ausgesagt hätte, so die Vorsitzende Richterin Ulrike Phieler-Morbach. Apelt verwahrte sich "schockiert" und "entschieden" gegen den "haltlosen Vorwurf der Prozess-Manipulation". Von Zeugenbeeinflussung könne keine Rede sein. Die Große Wirtschaftsstrafkammer sah das "anders", wie Richterin Phieler-Morbach betonte - und auf ein einschlägiges Urteil des Bundesgerichtshofes verwies. "Das ist unser Rom. An seine Entscheidungen müssen wir uns halten." Der Vorgang wird noch brisanter, weil dem Vernehmen nach auch Berlin zeitweise Beobachter in den Prozess geschickt hatte - offenbar wegen des bevorstehenden Auftrittes der Senatorin.