"Den Winter jetzt schon abzuschreiben, wäre grob fahrlässig", sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Er erinnerte an den Februar 2012, als wochenlang klirrende Kälte und auch tagsüber zweistellige Minusgrade herrschten. Dafür brauche sich nur ein Kältehoch aus dem Osten nach Deutschland auszubreiten. Inzwischen deutet vieles im europäischen Wetter-Vorhersagemodell darauf hin, dass es genau so kommt.

Ein Hochdruckgürtel sperrt zum Wochenende hin den Atlantik ab, die milden Regentiefs haben dann keine Chance mehr.

Eine Tiefdruckzone spannt sich dagegen von Frankreich über Deutschland bis zur Ukraine. "Damit wäre der Weg frei für eisig-kalte Festlandluft aus Osteuropa", prognostizieren die Meteorologen der Unwetterzentrale Deutschland.

Der bislang recht milde Winter sorgt bei den Landwirten, beispielsweise im benachbarten Sachsen-Anhalt, für Wühlmaus-Alarm. Besonders im Süden des Bundeslandes hätten sich die gefräßigen Nager in den vergangenen Wochen stark vermehrt, sagte ein Sprecher des Landesbauernverbandes. Die in Gängen unter der Erde lebenden Tiere könnten vor allem in Obst- und Ziergehölzen erhebliche Schäden anrichten, weil sie sich von den Wurzeln der Pflanzen ernährten.

Die derzeit relativ hohen Temperaturen haben auf den gefährlichen Eichenprozessionsspinner in märkischen Wäldern dagegen keine Auswirkung. Der Kiefern-Schädling überwintert als Ei. Eier sind Frost unempfindlich. "Ein Insektenei ist mehr oder weniger ein Überlebensbunker. Da ist es nicht schlimm, ob es etwas wärmer oder eiskalt ist", sagte Katrin Mölle vom Kompetenzzentrum Forst in Eberswalde (Barnim).