(iwe) Auch Wohnungslose sind wahlberechtigt, wenn am 1. September die Bürger in Brandenburg und Sachsen zu den Wahlurnen gerufen werden. Allerdings müssen sie vorher einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis ihrer Kommune stellen. Darauf weist die in Berlin ansässige „Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe“ hin. Wählen sei ein demokratisches Grundrecht, so die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft, Werena Rosenke. „Die Kommunen sollten den wohnungslosen Bürgerinnen und Bürgern den Eintrag in das Wählerverzeichnis komplikationslos ermöglichen und an Treffpunkten und Anlaufstellen der Wohnungslosen  informieren.“

Um als Obdachloser in Brandenburg wählen zu gehen, muss eine Eintragung in das Wählerverzeichnis einer Kommune bis zum 16. August erfolgen. Zuständig dafür ist nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft die örtliche Wahlbehörde, die sich in der Regel in den Rathäusern befinde. Dort müssten die Betreffenden ein Formular mit Namen und Geburtsdatum ausfüllen, teilte die Bundesarbeitsgemeischaft mit. „Außerdem muss schriftlich versichert werden, dass man über keine Meldeadresse im Bundesgebiet verfügt, sich gewöhnlich in Brandenburg aufhält und in keiner anderen Gemeinde einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis eingereicht hat.“ In Sachsen muss eine entsprechende Eintragung bereits bis zum 11. August erfolgen.

Über die Zahl der Wohnungslosen in Brandenburg herrscht dagegen weiterhin Unklarheit. In mehreren Antworten auf Kleine Anfragen von Landtagsabgeordneten hatte Sozialministerin Susanna Karawanskij (Linke) zuletzt im Dezember 2018 erklärt, dass Wohnungslosigkeit allein eine Angelegenheit der Kommunen sei. Statistische Daten zur Wohnungslosigkeit in Brandenburg erhebe das Land nicht, allerdings unterstütze man bundesweite Pläne zur Einführung einer entsprechenden Erhebung.