Ein Sieg, wie es seit der Tennis-Legende Steffi Graf keine Spielerin mehr geschafft hat.

Es ist wie eine kleine Atempause in einer atemlosen Zeit, die gute Chancen hat, als hysterische Ära in die Sozialgeschichte einzugehen. Eine gewisse Wild-West-Manier greift um sich, die im Verbalen beginnt (ein Argument, was ist das noch mal?) und im Kriminellen endet (Unrechtsbewusstsein - ist das nicht so ein Trottel-Ding?).

Der Medienpsychologe Jo Groebel spricht von einer kollektiven Mutlosigkeit in Deutschland, in der die Helden aus dem Sport mit ihren einfachen Regeln (entweder du verlierst oder gewinnst) für Erleichterung sorgen.

Es ist ein bisschen so, als käme ein Wüstenwanderer an einer Pfütze vorbei. Nicht wirklich genug, um Spiel, Satz und Sieg einzufahren, aber genug, um sich zu stärken. Und vielleicht liegt ja hinter der nächsten Düne die rettende Oase.

johannes.m.fischer@lr-online.de