Damit könnte Gysi die Fraktion weiter alleine führen.

Wagenknecht übte aber heftige Kritik an Gysis Vorgehen und warf ihm indirekt vor, die Abgeordneten unangemessen unter Druck gesetzt zu haben. Man müsse "aufpassen, dass man Fraktionen nicht zu Zerreißproben bringt, wenn dann eben Ultimaten öffentlicher Art im Raum stehen. "Ich glaube schon, dass in der Fraktion, wenn es eine ganz freie Entscheidung wäre, sicherlich viele eine Doppelspitze sich wünschen würden." Wagenknecht bezog sich auf Andeutungen aus dem Gysi-Lager, nach denen der 65-Jährige nicht für eine Doppelspitze zur Verfügung stehen würde. Gysi entgegnete: "Ich werde mich zu den Personalfragen überhaupt nicht äußern, weil wir das einvernehmlich in der Fraktion miteinander bereden und entscheiden werden", sagte er.

Der Fraktionsvorstand wird am heutigen Mittwoch neu gewählt. Wagenknecht hat offenbar einem Kompromiss zugestimmt, nach dem Gysi alleiniger Fraktionschef bleiben und sie selbst einzige "erste Stellvertreterin" werden soll. Daneben soll es sechs weitere Vize geben, darunter der frühere Parteichef Klaus Ernst und der ehemalige Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch.