Der im April fristlos gekündigte CTK-Geschäftsführer Andreas Brakmann soll laut einer Mitteilung der kommunalen Klinik nun zum 30. Juni "im gegenseitigen Einvernehmen" sein Dienstverhältnis beenden. Damit verhindert die Stadt als Gesellschafter des größten regionalen Krankenhauses in Südbrandenburg, dass es zu einem Prozess gegen den Rauswurf kommen könnte. Auch die Gründe für das plötzliche Ausscheiden Brakmanns nach nur einem Jahr werden nun nicht mehr diskutiert.

Wie hoch eine mögliche Abfindung Brakmanns ausfällt, teilte das CTK nicht mit. Nach RUNDSCHAU-Recherchen hätte Brakmann bei Erfüllung seines Vertrages noch Anspruch auf fast eine halbe Million Euro gehabt.

Anlass für seine fristlose Entlassung war offenbar ein Bericht des städtischen Rechnungsprüfungsamtes zur Auftragsvergabe im CTK. In dem Bericht war Brakmann in Zusammenhang mit verschiedenen Bau- und Dienstleistungsverträgen pflichtwidriges Verhalten vorgeworfen worden. Aufträge, die einer Ausschreibung bedurft hätten, sollen zum Teil freihändig erteilt worden sein. Bei anderen Vorgängen wurden mangelnde Fairness und Transparenz im Umgang mit Bewerbern von den Rechnungsprüfern kritisiert.

Ob und in welchem Maße diese Vorwürfe berechtigt waren, wird nun durch das einvernehmliche Ausscheiden Brakmanns nicht mehr aufgeklärt werden. Der Ex-Chef war von Teilen der Belegschaft für ein verstärktes Ausscheiden erfahrener Fachärzte verantwortlich gemacht worden.

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