CDU und FDP hoffen mit dem Antrag darauf einzuwirken, dass bei der anstehenden Entscheidung im Bundesrat die zeitliche Befristung der Kostenübernahme auf vier Jahre aufgehoben wird. Bisher sind in einem Programm des Bundesfamilienministeriums dafür ab 2012 vier Jahre lang jeweils 30 Millionen Euro vorgesehen.

Die Opposition stellte die Etablierung der Familienhebammen in Sachsen als schwere Geburt da. Obwohl das Land zwei Jahre lang entsprechende Hebammen ausbilden ließ, sei noch immer nicht deren Bezahlung geklärt, lautete ein Vorwurf. Grünen-Abgeordnete Elke Herrmann forderte den Freistaat auf, sich an der Finanzierung zu beteiligen, weil die Landkreise und Kommunen damit überfordert seien. Den Grünen schwebt ein Betrag von 700 000 Euro vor. Die Regierung erinnerte an die ursprüngliche Vereinbarung, wonach der Freistaat die Ausbildung finanziere und die Kommunen den Einsatz.

Sachsen hatte Familienhebammen ausbilden lassen, nachdem sich Schreckensmeldungen über getötete oder misshandelte Säuglinge häuften. Die Hebammen sollen überforderte Frauen oder Paare betreuen. Experten gehen davon aus, dass bundesweit etwa 60 000 Familien einen solchen Betreuungsbedarf haben. Als Risikofaktoren gelten unter anderem niedrige Bildung, Alkohol- und Drogenmissbrauch und Arbeitslosigkeit. Ein Problem der Familienhebammen liegt darin, dass sie immens hohe Haftpflichtversicherungen abschließen müssen.

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Zum Thema Die schwarz-gelbe Koalition und die Opposition liegen bei ihrer Einschätzung der sozialen Lage von Kindern und Jugendlichen in Sachsen meilenweit auseinander. SPD-Fraktionschef Martin Dulig warf der Regierung am Donnerstag im Landtag Ignoranz und Arroganz vor. Damit bezog er sich auf eine seiner Meinung nach dürftige Beantwortung einer Großen Anfrage der Sozialdemokraten. Etwa die Hälfte der rund 160 Fragen seien entweder nicht beantwortet oder mit kurzen Verweisen beziehungsweise Hinweisen auf Tabellen versehen worden.